Berlin-Women: Ida Dehmel, Gründerin der GEDOK

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Bild: fof-ohlsdorf.de
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Die Lyrikerin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel ist die Gründerin der GEDOK, des größten deutschen Künstlerinnenverbands. Bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten konnte sich die kulturell und gesellschaftlich engagierte Jüdin für die Künstlerinnen einsetzen. Dann wurde sie in den Freitod getrieben. Am 14.01. jährt sich ihr Geburtstag zum 145. Mal.

 

Ida Dehmel, geb. Ida Coblenz (14.01.1870-29.09.1942) stammt aus einer reichen und konservativen jüdischen Familie. 1895 heiratete sie den wohlhabenden Tuchhändler und Konsul Leopold Auerbach und zog mit ihm nach Berlin. Ihr Haus im Tiergartenviertel wurde zum Treffpunkt für Persönlichkeiten aus den Künsten, Wissenschaften und Medien.

Der Dichter Stefan George führte Ida Dehmel in den Friedrichshagener Dichterkreis ein. Hier lernte sie ihren späteren zweiten Mann, den Schriftsteller Richard Dehmel kennen. Nachdem Leopold Auerbachs Unternehmen bankrott ging, zerbrach auch die Ehe. Ida Dehmel zog mit ihrem Sohn nach Hamburg in die Nähe von Richard und Paula Dehmel. Man versuchte sich in einer Menage à Trois. Schließlich verließ Richard seine erste Ehefrau und heiratete Ida. Nach ausgiebigen Reisen eröffneten sie das „Dehmelhaus“ in Hamburg, in dem sie regelmäßig Ausstellungen, Salons, Vorträge, Kunstfeste und Bazare veranstalteten.

Ida Dehmels besonderes Engagement galt den Künstlerinnen. 1916 rief sie zusammen mit der Kunsthistorikerin Rosa Schapire den “Frauenbund zur Förderung deutscher bildender Kunst” ins Leben. Nach dem Tod ihres Mannes 1920 gründete sie die “Dehmelstiftung”, die “Dehmelgesellschaft” und ein Unternehmen zur Perlenverarbeitung. 1926 folgten der Bund Niederdeutscher Künstlerinnen und dann ihr Glanzstück: die “GEDOK” die Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnen aller Kunstgattungen.

Unter Dehmels Leitung entwickelte sich die GEDOK rasant. In vielen deutschen Städten wurden Filialen eröffnet und führende Künstlerinnen der Zeit: Käthe Kollwitz, Renée Sintenis, Ricarda Huch u.a. unterstützten die Bestrebungen der GEDOK. 1933 schalteten die Nationalsozialisten den Verband gleich und zwangen Ida Dehmel zum Rücktritt. Sie zog sich zurück und wählte 1942 den Freitod. Nach 1945 wurden die Gründungsideen der GEDOK wieder aufgegriffen. Neue Regionalgruppen entstanden, die sich bis heute im Sinne von Ida Dehmel für die Künstlerinnen stark machen.

Thank you forever, Ida Dehmel!

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