Berlin East Side Gallery, der Dokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies, jetzt im Kino

Berlin East Side Gallery

Dmitri Wrubel: „Mein Gott hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben“ East Side Gallery, 1991. Bild: berlin.de
Dmitri Wrubel: „Mein Gott hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben“ East Side Gallery, 1991. Bild: berlin.de

Die East Side Gallery: ein 1,3 km langer Mauerstreifen mit Motiven von 118 internationalen Künstler/innen, 1991 zum Berliner Baudenkmal ernannt und seitdem ein Magnet der Berliner Tourist/innen. Das ist die eine Seite der größten Open Air Galerie der Welt. Die andere Seite ist der Jahre lange Kampf um den Erhalt der Erinnerungsstätte. Der Dokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies zeigt beides. Nun ist der Film in den Kinos. Berlin-Woman hat die Premiere besucht:

 

½ Mio Berlin-Besucher/innen kommen jährlich zur East Side Gallery. Dass das längste Stück Original Berliner Mauer von der Oberbaumbrücke bis zum Ostbahnhof immer noch existiert, ist 118 Künstler/innen aus 21 Ländern zu verdanken. Ab September 1990 bemalten sie die Ostseite der Mauer mit ihren Motiven. Das Projekt musste sich der „Erfinder“ der East Side Gallery, der Künstler Dave Monty damals noch von DDR-Akteuren bewilligen lassen. Seine Kollegin, die Kunstbeauftragte Christine MacLean koordinierte dann die Künstler/innen.

Die Mauerkünstler/innen, das sind u.a. Günther Schaefer, Kiddy Citny, Thomas Klingenstein, Margaret Hunter, Mary Mackey, Dimitri Wrubel, Fulvio Pinna, Thierry Noir, Gábor Simon, Teresa Casanueva, Sabine Kunz, Narenda Kumar Jain, Peter Lorenz, Kani Alavi, Karsten Wenzel und Paul Maillé. Ihnen ist die Filmdokumentation Berlin East Side Gallery gewidmet, die Karin Kaper und Dirk Szuszies nun in die Kino gebracht haben.

Die beiden Filmemacher begleiteten die Künstler/innen seit 2009, als der Senat nach langen Kämpfen des East Side Gallery e.V. 2,2 Mio € zur Restaurierung der Bilder bereitstellte. Interviews, Reinigungs- und Malszenen, Straßenimpressionen und Demonstrationsaufnahmen sind mit einschlägigem Archivmaterial zur Stunde Null der East Side Gallery zusammengeschnitten. Herausgekommen ist ein Kaleidoskop rund um eine der wichtigsten Erinnerungsstätten Berlins. Die Mauer: Symbol des Kalten Kriegs, der Freiheit, der Stadt als Touristenmagnet und nun Streitobjekt beim Ausverkauf des ehemaligen Todesstreifen für den Bau von Luxuswohnungen bzw. bei der Aufnahme in die Stiftung Berliner Mauer. All das macht der Film zwar mit einigen Längen aber klar und deutlich. Bewusst haben die beiden Filmemacher auf ein eigenes Werturteil verzichtet. Den wahren Wert dieser Dokumentation wird die Zeit zeigen.

Berlin East Side Gallery: Kinodokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies, ab 8.01.2015 bundesweit in 20 Kinos. In Berlin und Potsdam: Moviemento, Kreuzberg; Union Filmtheater, Friedrichshagen; Lichtblick, Prenzlauer Berg; b-ware!, Friedrichshain; Thalia, Potsdam.

Berlin East Side Gallery, Alle Kinotermine

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