Das Ausstellungshonorar – ein schlummerndes Künstlergehalt?

Das Ausstellungshonorar

Ausstellungshonorar auf Berlin-Woman

Wer eine Leistung erbringt, muss honoriert werden. Dieses Prinzip der freien Marktwirtschaft gilt für alle Bereiche. Davon ausgenommen ist die Bildende Kunst, wo das Urheberrecht allenfalls vorsieht, dass die Künstler/innen über den Verkauf ihrer Werke Einnahmen bestreiten. Doch diese Rechnung geht nicht auf. Das Ausstellungshonorar muss her!

 

Ausstellungen bringen den wenigsten Künstler/innen Einnahmen. Im Gegenteil verlangen Galerien und Ausstellungsorte oftmals noch eine Gebühr dafür, dass man bei ihnen ausstellen kann. Ausstellungsinstitutionen, Museen und andere öffentliche Einrichtungen zeigen die Werke von Künstler/innen zwar unentgeltlich, halten aber dieses kostenfreie Ausstellen für eine ganz normale Sache. Kommt es für die Kunstschaffenden tatsächlich zum Verkauf einer Arbeit, steht der Aufwand, den sie bis dahin betrieben haben, oft in keinem Verhältnis zum Preis.

Damit sich die künstlerische Tätigkeit rechnet, muss ein Ausgleich geschaffen werden. Und der steckt im Ausstellungshonorar. Das Ausstellungshonorar geht auf einen Forderungskatalog zurück, den die Fachgruppe: Kunst bei ver.di bereits 2003 entwickelt hat. Im Mittelpunkt stand die Änderung des Urheberrechts, um das Honorar für die Nutzung von bildender Kunst dort zu verankern.

Bislang hat sich am Urheberrecht nichts geändert, doch haben der bbk berlin, ver.di berlin und die Gedok 2011 ein Einvernehmen mit dem Senat und den Kommunalen Galerien über die Regelung eines Ausstellungshonorars erwirkt. In der Folge zahlte z.B. die internationale Ausstellung: based in berlin an ihre Teilnehmer/innen jeweils 500 € Honorar. Ein Fonds, aus dem die Kommunalen Galerien das Honorar für ihre Künstler/innen schöpfen könnten, kam derweil nicht zustande.

Von daher sind die Künstler/innen selbst dazu aufgefordert, ihre Interessen zu wahren. Für möglichst jede nicht kommerzielle Ausstellung ihrer Werke ist eine Vergütung auszuhandeln. Dafür hat der bbk eine Tabelle mit Richtwerten erarbeitet, die sich am Versicherungswert der ausgestellten Werke orientiert und folgende Zahlen vorgibt:

       5.000,00 €  5%       250,00 €

   40.000,00 €    4%  1.600,00 €

   60.000,00 €    3%  1.800,00 €

  100.000,00 €  2%  2.000,00 €

  250.000,00 €  1%  2.500,00 €

Auch Museen, öffentliche Kunsteinrichtungen, Ausstellungsmacher/innen und Kurator/innen, die öffentliche Fördergelder für Kunstprojekte beantragen, sollten das Ausstellunghonorar für die beteiligten Künstler/innen gleich mit einberechnen. Das würde der um sich greifenden Entwertung der Kunstarbeit einen Riegel vorschieben!

In Art we Trust!

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