WE mit Berlin-WoMan: Auf nach Eden (bei Oranienburg)

WE mit Berlin-WoMan

Eden auf Berlin-WoMan

Äpfel, Kräuter, Schafe und Insektenhotels. Die Wintersonne leuchtet durch die unbelaubten Baumkronen. Berlin-WoMan hat Eden/Oranienburg besucht, ein kleines Paradies auf Erden, bzw. eine Genossenschaft für diejenigen, die nachhaltiger und bewusster leben wollen. Hier sind mehr Infos inkl. die Bildstrecke eines wunderschönen Spaziergangs durch Eden:

Eden liegt 3 km von Oranienburg entfernt. Die Anreise per S- bzw. Regionalbahn von Berlin dauert max 40 min. Mit Rad oder Bus sind es dann noch mal 10 min, um in Eden, im Paradies zu landen. Eden ist kein Dorf im eigentlichen Sinne, sondern eine traditionsreiche genossenschaftliche Siedlung.

Gegründet wurde sie am 28.05.1893 von vegetarischen Großstädtern, darunter der Berliner Südamerikareisende und Lebensreformer Bruno Wilhelmi. Auf 37 ha, die später auf 120 ausgeweitet wurden, errichtete man Gartenhäuser mit Obstplantagen. Viel Platz für eine alternative Lebensweise jenseits von Großstadtstress und -hektik. Die Anwohner/innen ernährten sich vegetarisch, versorgten sich selbst mit Obst- und Gemüseanbau, trieben Sport und Freiluftkultur und kamen bei geselligen Anlässen zusammen. 1897 wurde eine reformpädagogische Schule eingeweiht.

Eden florierte, bis 1914 hatten sich hier 90 Genossenschaftler/innen angesiedelt. Es kamen Nutzgebäude, wie die Mosterei und Werkstätten, wie die Buchdruckerei der Familie Beck hinzu. Ein Erholungsheim, ein Restaurant und der Nahrungsanbau zu kommerziellen Zwecken folgten. Unter dem Label: Eden wurden Säfte, Marmeladen und die erste pflanzlich hergestellte Margarine in ganz Deutschland vertrieben. Nicht ohne Anpassung überstand der Ort die Zeit des Nationalsozialismus. Der Umzug der Eden Waren GmbH nach Bad Soden/Taunus sicherte die Genossenschaft auch zu DDR-Zeiten.

Die Wiedervereinigung stellte Eden dann vor neue Aufgaben im Sinne der Gründungsidee. So wird auf den genossenschaftlichen Grundstücken mit natürlichen unbelasteten Baustoffen gebaut und umgebaut. Vorbildliches Beispiel ist der 2002 neu eröffnete Kindergarten, der in ökologischer Lehmbauweise errichtet ist und die größte gemauerte Lehmkuppel Europas besitzt. Das Eden-Café e.V. bietet Biokuchen, das Reformhaus Eden ortseigene Produkte an. Es gibt eine Musikwerkstatt, ein Eden Archiv, Ausstellungsaktivitäten und übers Jahr verteilt Feste, die zahlreiche Besucher/innen anlocken.

Wer sich nach Eden begibt, darf allerdings kein idyllisches Dorf erwarten. Die Wege sind teilweise unbefestigt, die Straßen schachbrettartig angelegt, die Grundstücke mit Hecken umzäunt und die Nutzbauten funktional, aber nicht schmuck. Die Attraktivität des Ortes liegt in der alternativen Lebensform, die sich in der Ausgestaltung vieler Privatbauten und ihrer Grundstücke zeigt.

Berlin-WoMan, jedenfalls, hat den winterlichen Besuch in Eden sehr genossen!

Eden gemeinnützige Obstbausiedlung eG

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