Berlin-WoMen: Theodor Fontane

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Theodor Fontane, Offsetdruck nach einer Kreidezeichnung © Humboldt-Universität,  zu Berlin, Universitätsbibliothek Bild: sammlungen.hu-berlin.de
Theodor Fontane, Offsetdruck nach einer Kreidezeichnung © HU Berlin, Universitätsbibliothek, Bild: sammlungen.hu-berlin.de

Theodor Fontane (30.12.1819-20.09.1898) ist ein bedeutender Schriftsteller des Realismus und ein echter Berlin-WoMan. Er erfand Effi Briest, Jenny Treibel, Melusine, Cécile, Frauenfiguren, die für die strenge Moral und Etikette der preußischen Gesellschaft zu modern und eigenwillig waren. Seine Romane und Novellen rücken die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts in die Gegenwart, denn “das Poetische hat immer recht, es wächst weit über das Historische hinaus” (T.F.) Am 30.12. jährte sich der Geburtstag des Literaten zum 195. Mal.

Theodor Fontane stammt aus einer hugenottischen Apothekersfamilie, die zunächst in Neuruppin, dann in Swinemünde lebte. 1832 zog der angehende Schriftsteller zu Verwandten nach Neuruppin, um dort das Gymnasium und später die Gewerbeschule in Berlin zu besuchen. 1836-39 machte Fontane eine Lehre als Apotheker und arbeitete dann als Apothekergehilfe in Berlin, Magdeburg, Leipzig und Letschin.

In dieser Zeit veröffentlichte er seine ersten Novellen, schrieb Gedichte und wurde Mitglied im Literatenclub: Tunnel über der Spree. Dort traf er Paul Heyse, Felix Dahn und Theodor Storm. Er kämpfte auf den Barrikaden der 1848er Revolution, wurde für den Preußischen Landtag aufgestellt und gab 1849 seinen Beruf zugunsten des Schreibens auf. Aus finanziellen Gründen arbeitete er zunächst vorrangig als Journalist, u.a. lieferte er als preußischer Auslandskorrespondent 4 Jahre lang Berichte aus London an englische und deutsche Zeitungen. Er war z.B. der erste, der die deutschen Leser/innen über die damals hochmoderne Kunstrichtung der Präraffaeliten informierte.

Zurück in Deutschland verfasste Fontane Reiseberichte, die als seine: Wanderungen durch die Mark Brandenburg bekannt wurden. 1864 reiste er als Kriegsberichterstatter des Deutsch-Dänischen Kriegs nach Kopenhagen und Husum, 1870/71 nach Paris, um über den Deutsch-Französischen Krieg zu berichten. Dabei geriet er in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Freilassung reiste Fontane nach Österreich, Italien und in die Schweiz. Hier traf er den Entschluss, sich ganz der freien Schriftstellerei zu widmen. In der Folge entstanden seine berühmtesten Romane: Frau Jenny Treibel, Effi Briest, der Stechlin, Cécile, Irrungen und Wirrungen u.a., in denen es stets um die preußische Politik, Gesellschaft, Moral und emanzipierten Frauen seiner Zeit ging. Fontane war seit 1850 mit Emilie Rouanet-Kummer verheiratet, das Paar hatte 8 Kinder.

In Neuruppin gibt es die Theodor Fontane Gesellschaft, in Potsdam das Theodor Fontane Archiv. Ein Teilnachlass des Schriftstellers befindet sich in der Stiftung Stadtmuseum Berlin.

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