Vom Zauber der Raunächte: die etwas anderen Weihnachtstage

Raunächte mit Berlin-WoMan

©Berlin-Woman
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Raunächte. So kann man die Zeit um den 24.12. auch jenseits der christlichen Weihnachtstage feiern. In verschiedenen europäischen Regionen werden die 12 Raunächte vom 24./25.12. bis zum 05./06.01 festlich begangen. Sie sind Teil des Brauchtums zur Jahreswende. Dann werden alte Gespenster vertrieben, das Haus wird ausgeräuchert und das neue Jahr begrüßt. Zeit, um klar Schiff zu machen. Hier erfahrt ihr mehr:

 

Die Raunächte, Glöckelnächte, Innernächte oder Unternächte sind 12 Tage bzw. Nächte zwischen den Jahren, die bis heute in verschiedenen europäischen Regionen gefeiert werden. Im Anschluss an die Wintersonnenwende am 21./22.12. sind die wichtigsten Raunächte der 24./25.12. als Heiliger Abend, der 31.12./01.01. als Silvester und der 05./06.01. als Dreikönigstag.

Zwar ist der Ursprung der Raunächte umstritten. Gerne sieht man sie schon in vorchristlicher Zeit. Tatsächlich nachweisbar sind sie seit dem 16. Jahrhundert, als man zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag die alten Geister mit Weihrauch aus Haus und Hof vertrieb.

Die 12 Tage, bzw. Nächte errechnen sich aus dem Mondjahr, das 354 Tage umfasst. Die fehlenden 11 Tage bzw. 12 Nächte zum Sonnenjahr mit den 365 Tagen gelten als aus der Zeit herausgefallen, als Tage, in denen die Naturgesetze außer Kraft gesetzt sind. Dem begegnet man mit Ritualen und Bräuchen, die sich auf das Geisteraustreiben und die Winterauskehr richteten. In der 6. Raunacht, an Silvester, bricht dem Mythos nach die Wilde Jagd auf: Dämonen, Geister von Verstorbenen und Werwölfe versuchen angeblich, die Menschen in die Irre zu führen. Mit Lärm vertreiben die Perchten und Glöckner die Bedrohung. Das Silvesterfeuerwerk hat diesen Brauch umgesetzt. Bis heute wird im Alpenraum an allen 12 Raunächten geböllert.

In den Raunächten kann man die Zukunft befragen, Wetterprognosen erstellen und den Verlauf der 12 Raunächte als den darauffolgenden 12 Monaten adäquat ermitteln. Unverheiratete Frauen können um Mitternacht ihren zukünftigen Bräutigam sehen, dürfen ihn aber noch nicht ansprechen. Das Haus muss aufgeräumt sein, weiße Wäsche, insbesondere verführerische weiße Unterwäsche, darf nicht aufgehängt werden. Auch Kartenspielen ist verboten.

Selbst, wenn man die 12 Raunächte nicht ganz so ernst nimmt. Ihr Zauber kann helfen, mal so richtig auszuräuchern, aufzuräumen und auszumisten.

Für ein schönes 2015!

Ein Gedanke zu „Vom Zauber der Raunächte: die etwas anderen Weihnachtstage

  1. …Buchtipp zum Thema: Veranstaltungen Griebert-Schröder, Franziska Kurier – „Vom Zauber der Rauhnaechte“

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