Berlin WoMen: Alexander Camaro (mit einem besonderen Ausstellungstipp)

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Bild: kulturportal-west-ost.eu
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Alexander Camaro, bürgerlich: Alphons Bernhard Kamarofski ( 27.09.1901-20.10.1992) ist einer der bekanntesten Berliner Künstler der Nachkriegszeit. Das Werk des Tänzers, Malers und Artisten entwickelte sich im Spannungsbogen von Figuration und Abstraktion. Seit 2009 gibt es in Berlin die Alexander und Renata Camaro Stiftung, die zeitgenössische Kunst, Tanz, Literatur, Film und Musik fördert. Hier gibt es mehr Infos zum Künstler und zum aktuellen Stiftungsangebot:

 

Alexander Camaro wächst in Breslau auf, wo er Violine, Schauspielerei und Artistik erlernt. 1920-25 studiert er Malerei an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe Breslau, u.a. beim bekannten Brücke-Maler Otto Mueller. 1926 gründet der junge Künstler seine eigene Malschule, dann bildet er sich bis 1939 im modernen Ausdruckstanz bei Mary Wigman in Dresden aus. 1930 tanzt er an der Seite der bekannten Lehrerin in Wigmans Stück das „Totenmal“. Im Nazideutschland tritt er als Tänzer und Akrobat auf, im Zweiten Weltkrieg auf Frontbühnen in Russland und Kreta. Dann taucht er in Pommern unter, um sich dem Kriegsdienst zu entziehen.

1945 lässt sich Camaro in Berlin nieder, arbeitet als Maler, Tänzer und Pantomimekünstler und wird 1949 Mitbegründer des surrealistischen Künstlerkabaretts: Die Badwanne. Der 18-teilige Bilderzyklus: Das Hölzerne Theater macht ihn in der Kunstszene des Nachkriegsdeutschlands bekannt. Hier, wie auch in den darauf folgenden figürlichen Werkgruppen geht es um die Themen Raum und Bühne. Staffelungen, Überlagerungen und besondere Ausschnitte beherrschen seine Kunst in der Zeit.

1951 erhält Camaro den Großen Berliner Kunstpreis, 1952 eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste (heute UdK), 1956 die Mitgliedschaft in der Akademie der Künste. Er gründet die Künstlervereinigung: Neue Gruppe Berlin. In diesen Jahren wendet er sich der abstrakten Malerei zu. In den 1960ern kommen lichte Naturlandschaften hinzu. 1971 bezieht der Künstler mit seiner Frau Renata Camaro ein Atelierhaus auf Kampen/Sylt. 1974 ist er Ehrengast der Villa Massimo in Rom.

Parallel zur freien Kunst übernimmt Camaro große Kunst am Bau Aufträge, so in Zusammenarbeit mit der Keramikkünstlerin Susanne Riée die Gestaltung der farbigen Glasfenster der Berliner Philharmonie (1963), der Staatsbibliothek Berlin (1974/75), des Musikinstrumenten-Museums Berlin (1980/81) und des Kammermusiksaals Berlin (1986). Camaro stellt international aus, er wird mit dem Großen Verdienstorden der BRD ausgezeichnet.

2009 wird die Alexander und Renata Camaro Stiftung ins Leben gerufen. Sie fördert zeitgenössische Malerei, Tanz, Literatur, Film und Musik in Anknüpfung an Alexander Camaros vielseitiges Schaffen. Derzeit findet dort die Ausstellungstrilogie: Künstlerinnen um Alexander und Renata Camaro mit Margot Trierweiler, Susanne Riée und Jadwiga Falk-Ley statt.

Ein besonderer Ausstellungstipp! Die Ausstellung von Margot Trierweiler kann noch bis Ende des Jahres auf Absprache mit der Künstlerin besichtigt werden. Bei Interesse an einer Besichtigung bittet Margot Trierweiler um Voranmeldung unter ihrer Telefonnummer: 030 4012057.

Alexander und Renata Camaro Stiftung, Potsdamer Straße 98A, 10785 Berlin

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