Berlin-Women: Marie Marcks, Deutschlands Karikaturistin (+07.12.2014)

Berlin-Women

Berlin-Woman_Stadt der Frauen
Marie Marcks, Logo der überparteilichen Fraueninitiative, Bild: http://www.berlin-stadtderfrauen.de/

„Ich habe meine Frauenbewegung allein gemacht. Ich habe einfach nur thematisiert, dass die Frauen die Welt mit anderen Augen sehen, und das war das Neue“, sagte Marie Marcks, die bekannteste deutsche Karikaturistin. Unverwechselbar sind ihre in Tusche gezeichneten Frauenfiguren mit den langen Nasen und wallenden Haaren, die im Mittelpunkt ihrer Bildergeschichten rund um die Politik, Aufrüstung, Gesellschaft und den Alltag der BRD seit den 1960er Jahren stehen. Die alleinerziehende Mutter von 5 Kindern war auch Illustratorin und Trickfilmerin. Nun ist sie im Alter von 92 Jahren in Heidelberg gestorben.

 

Marie Marcks (25.08.1922-07.12.2014) ist die bekannteste deutsche Karikaturistin. Sie wuchs in Berlin auf. Ihr Vater, ein Architekt, ihre Mutter, eine Malerin und Kunstschulleiterin und ihr Onkel, der expressionistische Bildhauer Gerhard Marcks, boten ihr das passende kreative Umfeld. Marie Marcks besuchte das reformpädagogische Internat Birklehof in Hinterzarten und die Kunstschule der Mutter. Es folgte ein Studium der Architektur und Grafik, das sie jedoch abbrach, um sich als Künstlerin selbständig zu machen.

Sie arbeitete als Grafikerin für die amerikanischen Besatzer, lebte ein Jahr in den USA und übernahm 1958 die Gestaltung des BRD-AuftrittsBauen und Wohnen“ auf der Expo in Brüssel. 1966 wandte sie sich der Karikatur zu, die sie zuerst in der Zeitschrift atomzeitalter von Claus Koch publizierte. Ihren Ansatz, ernsthafte Themen mit Witz und Ironie herüberzubringen, übernahm sie von den französischen Satirezeitungen der 1968er Bewegung.

Bald wurden ihre gezeichneten frauenbewegten Statements in der ganzen BRD bekannt. Marie Marcks veröffentlichte ihre Arbeiten in der Süddeutschen Zeitung, der ZEIT, der BRIGITTE, im Stern, Spiegel, der Titanic und im Vorwärts. Mit der Emma kam es nie zu einer Zusammenarbeit. Marcks‘ hintergründig, spritzig-witzigen Szenen aus dem Paar- und Familienalltag galten dort als zu „männerfreundlich“. Dabei ist ihr Thema: die alleinerziehende, berufstätige Mutter bis heute ein Leitbild für alle, die sich von den Absurditäten des Alltags und der Politik nicht unterkriegen lassen.

Die Künstlerin arbeitete in Schwarzweiß und in Farbe und brachte ihre Motive mit Sprechblasen und Untertiteln noch einmal so richtig auf den Punkt. Noch mit 90 war sie zeichnerisch aktiv. Ihr Nachlass wurde 2013 mithilfe der Kulturstiftung der Länder vom Wilhelm-Busch-Museum in Hannover angekauft. Eine Retrospektive ist in Vorbereitung.

Thank you Marie Marcks!

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