World-Women: Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal (ermordet am 25.11.1960)

World-Women

Die Schwestern Mirabal auf Berlin-Woman

Am 25.11.1960 fuhren Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal nach Puerto Plata , um ihre inhaftierten Ehemänner zu besuchen. Sie waren Gegner/innen des Diktators Rafael Trujillo. Am Mittag brachten Soldaten und Polizisten ihre eingesargten Leichen zurück. Die Frauen und ihr Chauffeur wären einem Autounfall zum Opfer gefallen. Heimlich öffneten die Familienangehörigen die Särge und fanden die Toten mit eingeschlagenen Schädeln und Würgemalen am Hals vor. Der Todestag der Schwestern Mirabal ist zum Internationalen Aktionstag gegen Gewalt an Frauen geworden.

 

Die 3 Schwestern Patria (27.02.1924-25.11.1960), Minerva (12.03.1926-25.11.1960) und Maria Teresa (15.10.1935-25.11.1960) stammen aus der angesehenen Familie Mirabal aus Santiago de los Caballeros in der Dominikanischen Republik. Sie waren Mitglieder der demokratischen Bewegung des 14. Juni, die vom Rechtsanwalt Manuel Tavárez Justo, dem Ehemann Minerva Mirabals angeführt wurde. Die Gegnerinnen der Militärdiktatur Rafael Trujillos agierten unter dem Decknamen Las Mariposas (Die Schmetterlinge).

Nach dem gescheiterten Putschversuch 1959 wurden sie und ihre Männer verhaftet. Auf Druck der USA und der OAS kam es zur Entlassung der Schwestern. Am 25.11.1960 besuchten Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal ihre Männer, die weiterhin im Gefängnis in Puerto Plata inhaftiert waren. Auf dem Rückweg wurden sie und ihr Chauffeur von den Schergen Trujillos in den Bergen überfallen, entführt, gefoltert und erdrosselt. Die Morde wurden als Autounfall fingiert, konnten jedoch aufgedeckt werden. Im Zuge dessen verlor der Diktator die restlichen Sympathien seines Landes, der USA und der südamerikanischen Nachbarländer. Am 30.05.1961 fiel er selbst einem Attentat zum Opfer.

Bélgica Adela Mirabal Fernández, die 4. der Mirabal-Schwestern leitet das Museum und die Gedenkstätte Mirabal in der Kleinstadt Salcedo. Auf dem Museumsgrundstück liegen Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal begraben.

Die Geschichte der Schwestern Mirabal ist literarisch und filmisch mehrfach verarbeitet worden: so 1994 im Roman Die Zeit der Schmetterlinge von Julia Alvarez, 2001 im gleichnamigen Spielfilm, 2008 im Spielfilm Crimen des Regisseurs Etzel Báez, 2009 im Dokumentarfilm Codename: Butterflies der chilenischen Filmemacherin Cecilia Domeyko und 2010 in der Biografie Trópico de Sangre von Juan Delancer.

Seit 1981 finden alljährlich am 25.11. Veranstaltungen zum Kampf für die Menschenrechte von Frauen und Mädchen statt. Im Zentrum stehen die Abschaffung von: Zwangsprostitution, sexuellem Missbrauch, Sextourismus, Vergewaltigung, Genitalverstümmelung, Häuslicher Gewalt und Zwangsheirat. Seit 1999 ist der 25.11. der offiziell anerkannte Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.