AbBA, Allianz bedrohter Berliner Atelierhäuser

Solidarity

Bild: im Atelier©Berlin-Woman
Bild: im Atelier©Berlin-Woman

Künstler/innen sind wie Trüffelschweine. Sie entdecken leerstehende Gebäude, Industrie- und Gewerbehöfe und machen sie mit wenigen Mitteln funktionstüchtig. Es folgen Cafés, Läden, Galerien und andere Gewerbe. Das Areal blüht auf, die Mieten steigen. Doch anstatt es den Künstler/innen zu danken – z.B. in Form von günstigen Mietverträgen – werden sie über kurz oder lang vertrieben. Die Atelierhäuser weichen Einkaufszentren, Büros und luxussanierten Wohnungen. Derzeit sind 8 Berliner Kunststandorte in Gefahr. Deshalb haben sich 500 Künstler/innen zu AbBA zusammengeschlossen, zur Allianz bedrohter Berliner Atelierhäuser:

 

Die 21 Künstler/innen, die bislang ihre Ateliers im unsanierten Industriebau am Erkelenzdamm 11-13 in Berlin-Kreuzberg unterhalten, müssen zum Jahresende heraus. Die 40 Künstler/innen im Atelierhaus Mengerzeile 1, einem Fabrikgebäude in Alt-Treptow, haben die Kündigung zu März 2016 auf dem Tisch. Die Künstlergemeinschaft in der Köpenicker Straße 36 in Berlin-Mitte muss Mitte April 2015 ihre Arbeitsräume aufgeben. So oder ähnlich sieht es bei den 30 Künstler/innen in der alten Schultheiß-Brauerei in Berlin-Moabit, bei den über 70 Künstler/innen in den Gerichtshöfen in Berlin-Wedding, den 50 Künstler/innen im PostOst, dem ehemaligen Postgebäude an der Palisadenstraße in Berlin-Friedrichshain und anderen innerstädtischen Atelierstandorten aus.

Dabei sind Künstler/innen und Kreative aus den Stadträumen nicht wegzudenken. Sie repräsentieren eine Lebensform, in der nicht Profit, sondern Kultur und Kreativität an erster Stelle stehen. Sie zeigen, dass ein anderes, nicht rein materiell orientiertes Leben möglich ist. Sie machen Berlin lebendig und lebenswert, sie sind der Grund, weshalb Berlin zum Tourismus-Magnet geworden ist.

Um der Vertreibung dieses Potenzials aus der Berliner Innenstadt Einhalt zu gebieten, haben sich 500 Künstler/innen zur Allianz bedrohter Berliner Atelierhäuser (AbBA) zusammengeschlossen. Sie kämpfen um die Räume in öffentlicher oder privater Hand, die sich als Ateliers eignen. Sie fordern: den Erhalt der bestehenden Atelierhäuser und die Sicherung ihres langfristigen und bezahlbaren Bestands. Die Nutzung leerstehender städtischer und privater Liegenschaften zu kulturellen und sozialen Zwecken. Die offizielle Anerkennung des Beitrags der Atelierhäuser zur kulturellen Infrastruktur der Stadt und des Rechts der Künstler/innen auf einen Arbeitsplatz. Die Einplanung von Räumen für kulturelle und künstlerische Zwecke bei Bebauungsplänen für neue Wohnquartiere.

AbBA mischt sich in die Senats- und Bezirkspolitik ein und führt Aktionen durch, AbBA macht Veranstaltungen und informiert über Atelierhäuser. AbBA kooperiert mit dem BBK-Kulturwerk.

In Art we Trust!

AbBA, c/o Atelierbeauftragter – Atelierbüro, BBK Kulturwerk GmbH, Köthenerstraße 44, 10963 Berlin, Kontakt: f.schmidt@bbk-kulturwerk.de

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