Berlin-Women: Gisela Breitling

Berlin-Women

Gisela Breitling, frühes Selbstportrait, all rights reserved to the artist
Gisela Breitling, frühes Selbstportrait, all rights reserved to the artist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gisela Breitling (*1939) ist eine Pionierin in der Kunst von Frauen. In den 1960er Jahre, als Künstlerinnen noch wenig Anerkennung erhielten, erkämpfte sie sich den Werdegang und die Anerkennung als Vertreterin der realistischen Malerei. Gleichzeitig erforschte sie die Biografien und die Werke erfolgreicher Künstlerinnen vergangener Epochen. Darüber erschloss sie sich ihre eigenen weiblichen Vorbilder, um zu einer „Meisterin“ der Gegenwartskunst zu werden.

 

Gisela Breitling wurde in Berlin geboren und wuchs in Lindau auf. Sie studierte in den 1960er Jahren an der Hochschule für Bildende Künste (heute UdK) und machte die Meisterschülerin. Stipendien führten sie 1962 nach Italien, 1968 nach Paris und 1977/78 in die Villa Massimo in Rom. Sie begann, die Biografien und den Verbleib der Kunstwerke von Künstlerinnen seit der Renaissance zu erforschen und veröffentlichte 1980 das Buch: Die Spuren des Schiffs in den Wellen – eine autobiographische Suche nach den Frauen in der Kunstgeschichte.

Nach einem Lehrauftrag an der HdK Berlin 1985/86 hatte sie 1986/87 eine Gastprofessur an der Gesamthochschule in Kassel. Bis 1988 erarbeitete sie zusammen mit der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin (NGBK) eine Dokumentation der Kunst von Frauen in den öffentlichen Berliner Sammlungen. Unter dem Titel „Das verborgene Museum“ wurden die Ergebnisse in einer fulminanten Schau in der Akademie der Künste Berlin gezeigt. Bis heute gilt der dazugehörige Katalog als Standardwerk. Gisela Breitling wurde zu Vorträgen und Vorlesungen an Kunsthochschulen, Universitäten und in Frauennetzwerken, u.a. am Goldsmith-College in London, der Cornell University NY. Der Clarc University in Worcestershire, Mass. sowie der Universität Valencia eingeladen. Ihre Texte und Essays erschienen in internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien.

Parallel dazu entstand ein großes, dem Realismus zugehöriges Oeuvre mit Selbstportraits als Malerin, Frauenbildern, Stillleben, religiösen und surrealen Motiven. Gisela Breitling hat zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in internationalen Kunstinstitutionen und renommierten Galerien. Große Sammlungen, wie die Albertina in Wien, die Berlinische Galerie, die Nationalgalerie Berlin, das National Museum of Women in the Arts in Washington und das Victoria and Albert Museum in London, besitzen ihre Werke.

1987 gewann Gisela Breitling den Wettbewerb zur Gestaltung des Turms der St. Matthäi-Kirche am Kulturforum Berlin, für den sie 16 Holztafeln zum Matthäus Evangelium malte. 4 der Originale befinden sich aus konservatorischen Gründen als Leihgaben in der Gethsemanekirche in Berlin-Prenzlauer Berg. Die anderen 12 Bilder können täglich im Turm der St. Matthäi-Kirche besichtigt werden. 1993 erhielt die Malerin ein Forschungsstipendium vom Berliner Senat für eine Arbeit über Leben und Werk der Bolognesischen Renaissancekünstlerin Elisabetta Sirani. 2001 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

In diesem Jahr ist die Meisterin des Realismus 75 Jahre geworden. Sie lebt heute krankheitsbedingt in der Seniorenresidenz Villa Wedell, die nach dem Vorbild der Casa Verdi in Mailand als Ort für pflegebedürftige Künstler/Innen in Berlin entwickelt wird. An diesem Wochenende zeigt die Villa Wedell eine Auswahl ihrer Arbeiten unter dem Titel: Gisela Breitling – Bilder und Zeichnungen aus fünf Jahrzehnten, kuratiert von Michaela van den Driesch.

Kontakt: Villa Wedell

Gisela Breitling

 

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