Berlin-Women: Hannah Höch

Berlin-Women

Hannah Höch, die Journalisten, 1925, Berlinische Galerie
Hannah Höch, die Journalisten, 1925, Berlinische Galerie

„Ich habe mich um Handschrift und Merkmal nie gekümmert“, sagte Hannah Höch 1929, nachdem sie als Künstlerin schon einige Erfolge zu verzeichnen hatte. Am 01.11. vor 120 Jahren wurde die bekannte deutsche Graphikerin und Hauptvertreterin der Berliner Dada-Bewegung geboren. Ihre Collagen haben an Biss nichts verloren.

 

Hannah Höch, bürgerlich: Anna Therese Johanne Höch (01.11.1889-31.05.1978) besuchte 1896-1904 eine Höhere Töchterschule in ihrem Geburtsort Gotha. 1912 ging sie nach Berlin, wo sie an der privaten Kunstgewerbeschule in Charlottenburg und am Kunstgewerbemuseum bei Emil Orlik studierte. Hier kam sie in Kontakt mit dem expressionistischen Künstlerkreis der Sturm.

1914 lernte sie Raoul Hausmann kennen, mit dem sie eine 7jährige Liebes- und Arbeitsbeziehung einging. Durch Hausmann gelangte sie in die dadaistischen Zirkel in und außerhalb Berlins. Das Künstlerpaar entwickelte gemeinsam das Prinzip der Fotocollage. Ab 1918 entstanden dann die Fotoarbeiten, die Höch so berühmt machen sollten. Darin nahm sie das Frauenbild, die Politik und die Alltagskultur ihrer Zeit buchstäblich auseinander. 1920 zeigte sie auf der Ersten Internationalen Dada-Messe: Montage Schnitt mit dem Küchenmesser Dada durch die letzte Weimarer Bierbauchkulturepoche Deutschlands, heute eine Ikone der Dadakunst.

Die Trennung von Hausmann 1921 gab ihr die entscheidenden Impulse. Höch lernte Kurt Schwitters, Hans Arp und Sophie Taeuber kennen, reiste nach Paris, traf Piet Mondrian und die Künstler der De Stijl-Gruppe, stellte in der UdSSR, Belgien und den USA aus. 1921 traf sie in Holland die Schriftstellerin Til Brugman, mit der sie bis 1936 zusammen war.

In der Nazizeit, in der Höchs Kunst diffamiert wurde, hielt sich die Künstlerin mit Illustrationsarbeiten für einen holländischen Verleger über Wasser. 1938 heiratete sie den 21 Jahre jüngeren Heinz Matthies. Sie erwarb ein Haus in Berlin-Heiligensee und ließ sich 1944 scheiden. Nach dem Krieg trat sie aus ihrer inneren Emigration heraus, wurde Mitglied im Kulturbund, stellte in der Galerie Gerd Rosen aus und zeigte ihre Kunst im MoMa in New York. 1965 wurde sie zum Mitglied der Akademie der Künste ernannt, es folgten Retrospektiven in Paris und Berlin. 1976 erhielt die Künstlerin eine Ehrenprofessur. Ihre Werke befinden sich in der Nationalgalerie Berlin, der Berlinischen Galerie, im Germanischen Nationalmuseum und im Hessischen Landesmuseum.

Berlin-Woman gratuliert!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.