Music with Berlin-WoMan: Fela Kuti, Music is the Weapon!

Music with Berlin-WoMan

Fela Kuti auf Berlin-Woman

Musik und Politik! Kaum ein anderer Künstler vereinte die beiden Bereiche so sehr wie der Saxophonist Fela Kuti. Er gilt als Begründer des Afrobeat, einer Mischung aus Funk, Jazz und afrikanischer Musik. Tanzbar, streitbar und zeitlos. Schaut und hört mal rein:

 

Olufela Olusegun Oludotun Ransome Kuti (15.10.1938-02.08.1997) stammt aus einer nigerianischen Pastorenfamilie. Seine Mutter war eine führende Frauenrechtlerin. 1958-62 studierte er am Trinity College of Music in London. 1961 gründete er seine erste Jazzband: Koola Lobitos. Zurück in Nigeria entwickelte er mit seiner Band den Afrobeat.

1968 ging er in die USA, wo er James Brown, Miles Davis, Sly Stone, Angela Davis und The Last Poets kennenlernte. Er schloss sich der schwarzen Bürgerrechtsbewegung an, in der er die militante panafrikanische Richtung vertrat. Entsprechend nannte er seine Band in Afrika 70 um. Dann rief er in Lagos den Shrin Club ins Leben, der zum Zentrum seiner musikalischen und politischen Aktivitäten wurde. In dieser Zeit erweiterte sich seine Band auf 40 Mitglieder.

Kuti sang auf Pidgin English, damit ihn möglichst alle verstehen konnten. In seinen Songtexten äußerte er offensiv politische und gesellschaftliche Kritik, wie z.B. an den kolonialisierten und entfremdeten Gesellschaftssystemen in Afrika oder am Militärregime in Nigeria. Er wurde politisch verfolgt, floh nach Ghana und gründete nach der Rückkehr die Band Egypt 80 sowie seine eigene Partei (MOP – Movement of the People). Die Verfolgungen und Inhaftierungen setzen sich fort, insgesamt wurde Kuti 200 Mal verhaftet.  Doch machte er unbeirrt weiter Musik. Das Rolling Stone Magazine bezeichnete ihn als „gefährlichsten Musiker der Welt“.

Bei allem Engagement hatte Kuti auch seine Schattenseiten. Er war kein Anhänger der Gewaltfreiheit, propagierte die Polygamie, lehnte Sex mit Kondom als „unnatürlich“ und moderne Medikamente ab. Aids, an dessen Folgen er 1997 selbst starb, tat er als Erfindung des weißen Mannes ab.

Fela Kuti produzierte über 50 Alben. Sein Sohn Femi Kuti setzt die Tradition des Afrobeat fort.

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Fela Kuti, Lifkonzert,1978 in Berlin auf youtube

Fela Kuti, Music is the Weapon, Dokumentation auf youtube

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