Berlin-Women: Ulrike Meinhof

Berlin-Women

Ulrike Meinhof 1964, Bild: de.wikipedia.org
Ulrike Meinhof 1964, Bild: de.wikipedia.org

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ulrike Marie Meinhof, verh. Ulrike Röhl (07.10.1934-08.05.1976) ist eine deutsche Journalistin und Publizistin. Sie war die Gründerin der RAF. In der Rezeption wird oft von den 2 Leben der Ulrike Meinhof gesprochen. Das eine als linksengagierte und empathische Journalistin, das andere als kaltblütige Terroristin. Nach ihrer Radikalisierung wurde sie in der Öffentlichkeit dämonisiert, sie galt als meistgesuchte Kriminelle der BRD. Der Verleger Klaus Wagenbach sagte, sie sei an den „deutschen Verhältnissen“ zugrunde gegangen. Am 07.10. wäre Ulrike Meinhof 80 Jahre alt geworden.

 

Die Tochter eines Kunsthistorikers wächst nach dem Tod beider Eltern bei der Historikerin Renate Riemeck auf. Gefördert von der Studienstiftung des deutschen Volkes studiert Ulrike Meinhof Philosophie, Pädagogik, Soziologie und Germanistik in Marburg und Münster. 1958 tritt sie dem SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund) bei. 1959-1964 ist sie Mitglied der verbotenen KPD. Sie engagiert sich in der studentischen Friedensbewegung gegen die atomare Aufrüstung, den Vietnamkrieg und die Springer-Presse, schreibt Artikel und Beiträge in studentischen Zeitungen.

Ab 1960 ist sie Chefredakteurin der linken Zeitschrift konkret, aus der sie ein meinungsbildendes Organ der Linken macht. Sie gewinnt führende Denker, wie Jean Paul Sartre, Martin Niemöller und Erich Kuby als Autoren. 1961 heiratet sie Klaus Rainer Röhl, den Herausgeber der konkret, 1967 erfolgt die Trennung und Scheidung. Mit ihren Zwillingstöchtern zieht sie nach Berlin. Sehr bewusst setzt sie sich mit der Problematik als alleinerziehende, berufstätige Mutter auseinander.

In der Zeit lernt sie Andreas Baader und Gudrun Ensslin kennen und entwickelt eine zunehmend radikalisierte politische Einstellung. Die Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg und das Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke forcieren ihre Entscheidung für den bewaffneten Widerstand. Nach der Befreiung von Andreas Baader beginnt eine Hetzjagd gegen Ulrike Meinhof. Diese geht in den Untergrund und gründet die RAF (Rote Armee Fraktion). Nun geht es um den Guerillakampf gegen ehemalige Nationalsozialisten und Repräsentanten einer kapitalistischen, rechtsgerichteten BRD. Ulrike Meinhof ist an 5 Sprengstoffanschlägen mit 4 Toten und 50 Verletzten beteiligt. 1972 wird sie gefasst und kommt zeitweise in Isolations- und Einzelhaft. Ihre Freipressung durch die dramatische Geiselnahme der israelischen Olympia-Mannschaft scheitert. Am 09.05.1976 wird sie tot in ihrer Zelle im Hochsicherheitsgefängnis Stuttgart-Stammheim aufgefunden.

Viele Gemeinden weigern sich, eine Grabstelle zur Verfügung zu stellen, dann wird sie auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof in Berlin-Mariendorf beigesetzt. Die Grabrede hält der evangelische Theologe Helmut Gollwitzer. 2002 wird bekannt, dass das Hirn von Ulrike Meinhof zu Autopsiezwecken entfernt wurde und Untersuchungen eine Schädigung durch eine frühe Tumoroperation festgestellt hatten. Nach Verhandlungen wird es ebenfalls auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof beigesetzt.

Videos von Ulrike Meinhof auf youtube

Ausstellungshinweis: RAF – Terroristische Gewalt, Sonderschau im deutschen historischen Museum Berlin, 21.11.2014-08.03.2015 

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