Berlin-Women: Henriette Herz

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Henriette Herz als Hebe, Portrait von Anna Dorothea Therbusch, 1778, Staatl. Museen Pr. Kulturbesitz SMPK Berlin, Bild: de.wikipedia.org
Henriette Herz als Hebe, Portrait von Anna Dorothea Therbusch, 1778, Staatl. Museen Pr. Kulturbesitz SMPK Berlin, Bild: de.wikipedia.org

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Henriette Herz ist die 1. Berliner Salonière und eine Hauptvertreterin der frühen Frauenemanzipation. Ihr literarischer Salon war DAS kulturelle Zentrum Berlins. Am Freitag jährt sich der Geburtstag der großen Kunst- und Kulturförderin zum 250. Mal:

Henriette Herz, Henriette Julie de Lemos (05.09.1764-22.10.1847) wächst in einer wohlhabenden jüdischen Mediziner-Familie auf. Ihre Ausbildung in Sprachen und Literatur ist für eine Frau dieser Zeit hochkarätig. Henriette beherrscht Englisch, Französisch, Italienisch und die Alten Sprachen. 12Jährig wird sie mit dem 17 Jahre älteren Arzt Marcus Herz verlobt, 1779 folgt die Heirat. Die Ehe verläuft gut, Henriette Herz hat alle Freiheiten. Während ihr Mann, ein Kantschüler und Verfechter der Aufklärung philosophische Zusammenkünfte in seinem Haus pflegt, gründet die junge Frau 1780 einen eigenen literarischen Salon, in dem bald schon führende Philosoph/innen, Schriftsteller/innen, Künstler/innen und Forscher/innen verkehren. Darunter sind Alexander und Wilhelm von Humboldt, Karl Philipp Moritz, Mme de Staël, Chamisso, Schiller und Mirabeau. Der Salon in der Spandauer Str. 53 in Berlin-Mitte, später in der Neuen Friedrichstr. 22 und der Markgrafenstr. 59 wird zum Zentrum des Berliner Kulturlebens. Henriette Herz ist eng mit dem Theologen Friedrich Schleiermacher befreundet. Gemeinsam verteidigen sie die verheiratete Dorothea Veit  in ihrer Liebe zum Philosophen Friedrich Schlegel – damals ein gesellschaftlicher Skandal. Der literarische Salon existiert bis 1806 und wird infolge der Besetzung Berlins durch Napoleon geschlossen. Die mittlerweile verwitwete Kunst- und Kulturförderin arbeitet nun als Erzieherin für mittellose Kinder, lässt sich in andere große Salons, u.a. von Rahel Varnhagen einführen und lernt Goethe in Dresden kennen. Sie konvertiert zum protestantischen Glauben. 1817-19 lebt sie in Rom,  wo sie an den Aktivitäten der Künstlerkolonie der deutschen Romantiker teilnimmt. Im Alter erhält sie eine Pension vom preußischen Königshaus. 1850 erscheinen postum ihre Memoiren. Am 05.09.2014 jährt sich ihr Geburtstag zum 250. Mal. Henriette Herz stand u.a. den Künstler/innen Anna DorotheaTherbusch, Anton Graff und Johann Gottfried Schadow Modell.

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