Berlin-Women: Ida Kerkovius

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Bild: www.fembio.org
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Ida Kerkovius (31.08.1879-07.06.1970) ist eine der wichtigsten Vertreterinnen der abstrakten Moderne in Deutschland. Am 31.August jährt sich ihr Geburtstag zum 135. Mal:

 

Ida Kerkovius, Ida Luitgarde Kerkovius (31.08.1879-07.06.1970) ist eine der wichtigsten Vertreterinnen der abstrakten Moderne in Deutschland. Die Tochter einer deutschbaltischen Kaufmannsfamilie wuchs auf einem Gut bei Riga auf und besuchte eine private Mal- und Zeichenschule vor Ort. 1902 ging sie zu Adolf Hölzel, der in der Künstlerkolonie Dauchau eine angesehene private Malschule unterhielt. Hier ließen sich zahlreiche Künstlerinnen ausbilden, die an den offiziellen Kunstakademien nicht zugelassen waren. Hölzels Lehre von der abstrakten Farbenkomposition beeinflusste Kerkovius nachhaltig. 1908 besuchte sie die private Malschule von Adolf Meyer in Berlin und dann die Akademie der bildenden Künste in Stuttgart, wo Hölzel inzwischen eine Professur erhalten hatte. Kerkovius gehörte zu den 1. Frauen, die sich an der Akademie und über die Hölzel-Klasse einschreiben konnten. 1911 wurde sie seine Assistentin und unterwies z.B. Johannes Itten. 1920 entschloss sie sich zu einem Zweitstudium am Bauhaus, wo sie bis 1923 u.a. bei Paul Klee und Wassily Kandinsky lernte. In der Weberei-Werkstatt bei Gunta Stölzl lebte sie ihr Talent für Farbe aus. Ihre Gobbelins und Bildwirkereien fanden viele Fans und Sammler. Dann diffamierten die Nationalsozialisten ihre abstrakte Kunst. Die Künstlerin reagierte mit Rückzug und ausgiebigen Reisen, auf denen sie zur Landschaftsmalerei fand. 1944 fiel ihr Atelier einem Bombenangriff zum Opfer, aber schon 1948 feierte sie ein fulminantes Comeback mit einer Ausstellung im Frankfurter Kunstkabinett von Hanna Bekker v. Rath. 1954 erhielt Ida Kerkovius das Bundesverdienstkreuz, 1958 den Professorentitel. In diesen Jahren entwarf sie auch Glasfenster, so für das Stuttgarter Rathaus und die Universitätsklinik Tübingen. Bis ins hohe Alter hinein blieb sie künstlerisch aktiv. Das sind ihre wichtigsten Ausstellungsstationen: der Sturm bei Herwarth Walden in Berlin, der Württembergische Kunstverein in Stuttgart, die Novembergruppe, das Kunstkabinett von Hanna Becker vom Rath in Frankfurt/M. und der Kunstverein Salzburg. In diesem Jahr würdigten die Kunstsammlungen Chemnitz die Künstlerin mit einer großen Retrospektive.

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