Berlin-Women: Marina Zwetajewa

Berlin-Women

Bild: www.infomedia-sh.de
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Am 21.08.2014 war Deutschlandpremiere des Films „Patriotinnen. Auf der Spur der Dichterin Marina Zwetajewa“ von Irina Roerig. Die hochbegabte Poetin hinterließ ein einzigartiges Werk, das sich um das Schicksal Russlands, die Mythologie, die weibliche Sexualität, die Liebe, das Göttliche und die Seele dreht. Marina Zwetajewa wurde politisch verfolgt, in den Tod getrieben und in den 1960er Jahren rehabilitiert.  Sie ist heute unsere Berlin-Woman:

 

Marina Iwanowna Zwetajewa (26.09./08.10.1892-31.08.1941) ist die bedeutendste russische Dichterin im 20. Jahrhundert. Die Tochter des Gründers des Museums Alexander III. (Puschkin Museum) sollte ursprünglich Pianistin werden, verfasste aber schon mit 6 Jahren die ersten Gedichte. Die Familie lebte in Genua, Lausanne und Freiburg/Br. 1906 starb ihre Mutter, 1909 studierte Zwetajewa an der Sorbonne altfranzösische Literatur. In diesen Jahren entwickelte sich die russische Literatur in eine symbolistische Richtung, zu der Zwetajewa einen großen Beitrag leisten sollte. 1910 erschien ihr 1. Gedichtband. 1912 heiratete die Dichterin Sergei Jakowlewitsch Efron, hatte aber auch Affairen, u.a. mit Ossip Mandelstam und Sofia Parnok. Das Ehepaar lebte mit ihren 2 Töchtern auf der Krim, wo sie die Oktoberrevolution erlebten. Efron schloss sich der Roten, später der Weißen Armee an. Zwetajewa folgte ihm nach Moskau. Dort hielt sie sich bis 1922 unter großen Entbehrungen und mit dem Verlust einer Tochter auf. In jenen Jahren schrieb sie Kommunismus kritische Versdramen, Gedichterzählungen, Theaterstücke und ein Gedichttagebuch. 1922 ging Zwetajewa mit ihrer Tochter Ariadne nach Berlin und veröffentlichte verschiedene Gedichtsammlungen. Im selben Jahr folgten der Umzug nach Prag und eine leidenschaftliche Liebesaffaire mit dem ehemaligen Offizier Konstantin Bojeslaw Rosdewitsch. 1925 ließ sich die Familie in Paris nieder, der Sohn „Mur“ wurde geboren. Zwetajewa hatte einen schweren Stand unter den russischen Exilschriftstellern, die ihr eine unklare Position gegenüber der UdSSR vorwarfen. Die Situation verschärfte sich, als die französische Polizei Efron des Mordes an einem sowjetischen Dissidenten bezichtigte. 1939 kehrte die Dichterin mit ihrem Sohn in die stalinistische Heimat zurück. Aber auch hier wurde sie als ehemalige Frankreichexilantin geächtet, ihr Mann inhaftiert und 1941 hingerichtet und die älteste Tochter für 8 Jahre in ein Arbeitslager verbannt. Zwetajewa und ihr Sohn wurden in die Tatarische Republik evakuiert, ihre Lage war aussichtslos. Am 31.08.1941 beging die große Dichterin Selbstmord. In den 1960er Jahren wurde ihr umfangreiches Werk in der UdSSR rehabilitiert. Die russische Musikpoetin Elena Frolowa hat zahlreiche der Gedichte Zwetajewas vertont. 

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