Kinotipp: Wir sind die Neuen

Wir sind die Neuen

Wir sind die Neuen auf Berlin-Woman

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Ich werde die Prüfung nicht schaffen, dann hab ich kein Examen und werde so enden wie ihr“, heult Barbara aus der Jungen-WG.  „Ich hab ein Examen“, sagt Johannes aus der Alten-WG trocken. In „Wir sind die Neuen“ treffen 2 Generationen aufeinander und raufen sich nach einigem Hin und Her zurecht. Eine Filmkomödie, die brandaktuelle Themen unserer Gesellschaft aufs Korn nimmt. Unsere Mitbloggerin Sabeene hat ihn sich angeschaut:

 

Neulich fragte mich eine Freundin, ob ich schon Vorsorge für das Wohnen im Alter getroffen hätte. Zur Ergänzung : Ich gehöre zu den Fabfifties! Eher nicht, lautete meine Antwort. Mit Wir sind die Neuen ist diese Thematik jedenfalls im Kino angekommen – nach Liebe, selbstbestimmtem Sterben, Zickenkrieg usw. im Alter. In der BRIGITTE stand: „dass alles ein bisschen aufgesagt daherkäme“, und das wollte ich nun gerne selbst herausfinden. Im Film muss Anne eine bezahlbare Wohnung in der Münchner Innenstadt finden und klappert ihre früheren WG-Genossen ab, ob sie wieder mit ihr zusammen ziehen. Herrlich wie Gustav Peter Wöhler als bräsiger „Ich hab alles erreicht und bin trotzdem ein Arschloch“ sie abblitzen lässt. Immerhin, 2 Alt-Genossen finden sich und eine Wohnung dann auch. Oben drüber wohnt eine Studenten-WG, 2x Jura, 1x Kunstgeschichte, fleißig, verspannt, im Prüfungsstress. Dann purzeln die Gags, die Alten sind die Sympathen, unangepasst, relaxt und geputzt wird nur, wenn´s dreckig ist. Nach einigen Fußtritten vornehmlich gegen die Decke kommen sich Alt und Jung näher, wenn auch eher unfreiwillig; schließlich merken sie, dass sie beiderseits voneinander profitieren. Das ist alles sehr humorig und auch mit Tiefgang gemacht. Ein Alt-WGler ist z.B. sehr krank und verheimlicht das… Die „Alten“ sind gut und glaubwürdig gezeichnet, bei den Jungen kann ich das nicht einschätzen, meine Kinder sind anders. Würde mich aber interessieren, wie 20-30Jährige den Film sehen. Es gibt eine Szene, wo Alt-Jurist Johannes auf Anraten der Studentin eine neue Brille bekommt, da wüsste ich schon, wer die Vorlage geliefert haben könnte. Und BRIGITTE hat recht, manchmal sind die Dialoge sehr präzise (=aufgesagt). Ich habe es als Schmiermittel wahrgenommen, um die Mischung aus Zickigkeit, Besserwisserei und Hilflosigkeit klar herauszustellen. Meine Empfehlung lautet: anschauen! Ob mit Kindern oder doch der Freundin.

Wir sind die Neuen, Regie: Ralf Westhoff, Darsteller: Heiner Lauterbach, Gisela Schneeberger, Michael Wittenborn,  Claudia Eisinger, Karoline Schuch, Patrick Güldenberg, 92 min

Wir sind die Neuen in den Berliner Kinos

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