Berlin-Women: Mata Hari

Berlin-Women

Bild: biographyonline.net
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Mata Hari, die schöne, schillernde, verführerische Geheimagentin im Ersten Weltkrieg. Ihre Geschichte ist Stoff für 250 Romane und mehrere Verfilmungen. 1917 wurde sie wegen Hochverrats hingerichtet, doch man munkelt, sie sei gar nicht gestorben. Ein russischer Fürst habe sie nach der Scheinhinrichtung auf seinen Schimmel gepackt und sei mit ihr im Morgennebel verschwunden.

 

Mata Hari, eigtl. Margaretha Geertruida Zelle (07.08.1876-15.10.1917) ist eine niederländische Tänzerin und weltbekannte Geheimagentin. Ursprünglich sollte sie Kindergärtnerin werden, brach die Ausbildung aber ab. 1895 heiratete sie den 20 Jahre älteren niederländischen Kolonialoffizier Campbell MacLeod. Das Paar, das 2 Kinder haben sollte, ging nach Java und Sumatra, wo Mata Hari die Kunst des asiatischen Tanzes erlernte. In Malang (Java) beteiligte sich Margaretha intensiv am kulturellen Leben. Sie begann mit der Schauspielerei. Doch zusehends litt die Partnerschaft, Ursache waren der Umzug nach Sumatra, die Pensionierung von Campbell und der Tod durch Vergiftung des kleinen Sohnes. 1902 war die Ehe vollends zerrüttet, das Paar kehrte in die Niederlande zurück. Nach der Trennung versuchte die Künstlerin ihr Glück als Model und Kunstreiterin und hatte schließlich Erfolg mit exotischen Tanzauftritten. Sie strickte an ihrer Legende und erfand sich als indische Tänzerin neu. Ab 1905 führte sie unter dem Künstlernamen „Mata Hari“ (Malaysisch: „Auge des Tags“) expressive Tänze mit Nackteinlagen vor. Sie trat auf exklusiven Privatveranstaltungen, in Salons, Theatern und Varietés auf. Ihr Konterfei schmückte Postkarten, Zigarettenschachteln und Keksdosen. Europaweit: in Wien, Budapest, Rom, Amsterdam, Mailand und in Berlin tanzte sie vor ausverkauften Häusern. In Berlin trat sie 1907 sogar speziell für Kaiser Wilhelm II. und seine Familie auf. Mehrfach führte sie ihr Weg nach Berlin, zuletzt 1914 kurz vor Kriegsausbruch. Ihre Kontakte zu Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft machten den Weg frei zu einer Geheimdienstkarriere. 1915 trat sie dem deutschen Geheimdienst bei und wurde nach ihrer Verhaftung in Frankreich als Doppelagentin tätig. 1917 enttarnte man sie und nahm sie erneut fest. Am 15.10.1917 folgte die Hinrichtung wegen Doppelspionage und Hochverrat.

Zum 100. Todestag der Künstlerin im Jahr 2017 werden die französischen Geheimdienstakten geöffnet. Dann wissen wir es genau.

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