Berlin-Women: Elfriede Brüning (+05.08.2014)

Berlin-Women

Bild: jazzminaguinee.blogspot.com
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Sie beklagt den Mangel an politischem Interesse, verurteilt das Spießertum in Ost und West und hält die Frauen von heute für Hausmütterchen. Auf den Videos ihrer Website nimmt die Autorin und Aktivistin Elfriede Brüning kein Blatt vor den Mund. Da ist sie 100 Jahre alt und weiß, wovon sie spricht. Vorgestern, den 05.08.2014 ist die Schriftstellerin im Alter von 103 Jahren gestorben.

 

Elfriede Brüning, Pseudonym: Elke Klent (8.11.1910-05.08.2014) stammt aus einer kommunistischen Handwerkerfamilie. Nach der mittleren Reife arbeitet sie als Sekretärin bei einer Berliner Filmfirma. Ab 1926 erscheinen ihre ersten Artikel, bald schreibt sie für das Berliner Tageblatt, den Berliner Börsen-Courier und die Vossische Zeitung. 1930 besucht sie die Marxistische Arbeiterschule, tritt der KPD bei und ist für die linksgerichtete Presse der Weimarer Republik aktiv. 1932 kommt sie zum Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller, dem Bertolt Brecht und Anna Seghers angehören. Die Naziherrschaft macht der Veröffentlichung ihres ersten sozialkritischen Romans Handwerk hat goldenen Boden einen Strich durch die Rechnung. Erst 1970 kann er unter dem Titel Kleine Leute erscheinen. Brüning geht in den kommunistischen Widerstand und schreibt für die Exilzeitschrift Neue Deutsche Blätter. 1935 wird sie wegen Landesverrat im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße inhaftiert, 1937 frei gesprochen. In der Haft entsteht der Roman Junges Herz muss wandern. 1937-47 ist Brüning mit dem Schriftsteller und Verlagslektor Joachim Barckhausen verheiratet, das Paar hat eine Tochter, die Schriftstellerin Christiane Barckhausen. Zusammen mit ihrem Mann verfasst Brüning das Drehbuch über den legendären Arzt Semmelweis – Retter der Mütter, das nach dem Krieg verfilmt wird. Ab 1949 lebt die Autorin als Publizistin und freie Schriftstellerin in der DDR. Hier schreibt sie über Frauenschicksale des Landes, u.a. über das Problem der Zwangsadoptionen. Auch nach der Wende setzte sie ihre Arbeit fort und veröffentlichte 1999 den Erzählband Jeder lebt für sich allein. Ihr 100. Geburtstag wird in der Berliner Volksbühne groß gefeiert. Sie war eine wichtige Zeitzeugin, Kritikerin und vielleicht eine der letzten echten Frauenrechtlerinnen!

Die Zeitzeugin Elfriede Brüning auf Video

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