Berlin-Women: Violette Leduc

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Violette Leduc auf Berlin-Woman

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Violette ist eine Nervensäge. Sie stalkt Simone de Beauvoir, macht einen schwulen Mäzen an und stolpert von einer unerwiderten Liebe in die nächste. Diese und ihre damals tabubrechenden Erfahrungen, lesbisch zu lieben und abzutreiben bringt sie zu Papier und wird zu einer anerkannten Schriftstellerin. Derzeit ist der Film über ihren Werdegang unter dem Titel „Violette“ in den Berliner Kinos zu sehen. 

Violette Leduc (07.04.1907-28.05.1972) ist eine französische Schriftstellerin. Die uneheliche Tochter eines Dienstmädchens wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Nordfrankreich auf. Der wohlhabene Vater André Debaralle erkannte sie nicht als seine Tochter an, die Mutter begegnete ihr mit Hass-Liebe. Unterstützung fand sie bei ihrer Großmutter und ihrer Tante. Ihre Schulausbildung, die Violette 1913 begonnen hatte, wurde durch den 1. Weltkrieg 1914 unterbrochen, 1918 kam sie auf ein Internat in Valenciennes, 1924 wechselte sie auf ein Internat in Douai. Hier hatte sie Liebesbeziehungen zu einer Musikschülerin und einer Musiklehrerin. 1926 zog die Familie nach Paris, wo die angehende Schriftstellerin das Lycée Racine besuchte. Nach dem verpatzten Abitur arbeitete sie als Telefonistin und Verlagssekretärin. Der Schriftsteller Maurice Sachs, den sie 1938 kennengelernt hatte, gab ihr den entscheidenden Impuls zum Schreiben. 1939 heiratete Violette Leduc den Fotografen Jacques Mercier, bald darauf kam es zur Scheidung. Eines ihrer vielen schrecklichen Erlebnisse war die Abtreibung des gemeinsamen Kindes im 5. Monat. Im Krieg betätigte sich Violette als Journalistin für Mode- und Frauenmagazine. 1945 entstand ein Kontakt zu Simone de Beauvoir, aus dem sich eine lebenslange Freundschaft entwickelte. Beauvoir unterstützte die Kollegin bei der Veröffentlichung des 1. Buches, die autobiographische Betrachtung L’Ashyxie im Verlag Gallimard in der Reihe von Albert Camus. Das Buch wurde kein Erfolg, stieß aber bei den Schriftstellerstars Sartre, Cocteau und Genet auf große Zustimmung. 1954 erschien Ravage, 1964 La Batarde und 1966 Thérèse et Isabelle. Insgesamt verfasste die Autorin 10 Romane, in denen sie unverblümt über Tabuthemen: ihre lesbischen sexuellen Sehnsüchte, die Abtreibung, die unerwiderte Liebe zu Simone de Beauvoir und einigen homosexuellen Kollegen, berichtete. Sie brachte zur Sprache, was viele Leserinnen selbst erlebt hatten oder was sie bewegte. La Batarde bescherte der Autorin den höchsten französischen Buchpreis Prix Goncourt. 1968 wurde Thérèse et Isabelle verfilmt. 1969 ließ sich die Autorin in Faucon in der Provence nieder. 1972 starb sie infolge einer Krebserkrankung. Die aktuelle Verfilmung ihrer Biografie des französischen Regisseurs Martin Provost zeigt die Licht- und Schattenseiten dieser bewegten weiblichen Karriere.  Die Filmausstattung ist exklusiv und entführt uns in eine Welt ohne Handy, Computer und Internet.  Ungewohnt und wohltuend!

Violette in den Berliner Kinos

Violette, Website

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