Berlin-Women: Anita Berber

Berlin-Women

Gedenktafel am ehem. Berber-Wohnaus, Zähringerstraße 13 in Berlin-Wilmersdorf
Gedenktafel am ehem. Berber-Wohnaus, Zähringerstraße 13 in Berlin-Wilmersdorf

 

 

 

 

 

 

 

 

„Sie war ganz unschuldig und reizend. Sie war von Natur aus ein heiterer Mensch … Bei aller Vorliebe für Flirts hatte sie einen unglaublichen Liebreiz, ohne ordinär zu wirken“ (Dinah Nelken). Kaum zu glauben, dass hier die Rede von einer der provokantesten Tänzerinnen der Weimarer Republik ist: Anita Berber (10.06.1899-10.11.1928).

 

Die Tochter einer Musikerfamilie wuchs in Dresden bei der Großmutter auf. Hier besuchte sie eine höhere Töchterschule. 1914 zog Anita Berber zu ihrer Mutter nach Berlin, wo sie Unterricht in Schauspiel bei Maria Moissi und in Tanz bei Rita Sacchetto nahm. Ihr Bühnendebüt gab sie im Alter von 17 Jahren. 2 Jahre später erhielt die Tänzerin ihr 1. Engagement im BerlinerApollo-Theater“. Dann folgte ein kometenhafter Aufstieg als eine der spektakulärsten Solotänzerinnen der Goldenen ZwanzigerBerber trat in den Rudolf Nelson-Revuen auf und ging auf Tournee. Ihre provokanten Nackttänze und ihr zügelloses Privatleben als bisexuelle Drogenkonsumentin sorgten für Publicity. 1919-22 war sie mit dem Offizier und Antiquar Eberhard von Nathusius verheiratet, ging eine Beziehung mit der Barbesitzerin Susi Wanowsky ein und ehelichte 1923 ihren Tanzpartner Sebastian Droste, mit dem sie in Wien das erfolgreiche Programm „Tänze des Lasters, des Grauens und der Ekstase“ präsentierte. Nach Drostes Auswanderung in die USA und der damit verbundenen Scheidung heiratete sie 1924 ihren homosexuellen Tanzpartner Henri Chátin-Hoffman. Das Paar trat in den bekanntesten deutschen Kabaretts auf. Auch ihr 2. Programm „Tänze der Erotik und Ekstase“ wurde ein Renner und führte sie auf Nah-Ost-Tournée. In Bukarest erkrankte die Künstlerin an Tuberkulose und starb am 10.11.1928 im Bethanien-Krankenhaus in Berlin-Kreuzberg. Berber stand auch vor der Filmkamera an der Seite von Conrad Veidt, Hans Albers, Emil Jannings und Heinrich George. Ebenso war sie ein beliebtes Modell, so für 2 Rosenthal-Porzellantänzerinnen des Bildhauers Constantin Holzer-Defanti, eine Lithoserie von Charlotte Berend-Corinth, eine Puppe von Lotte Pritzel, Aktfotografien von Dora Kallmus und das berühmte Portrait einer „Dame in Rot“ von Otto Dix.

Aktuell führt die Dance-Company MS Schrittmacher eine ANITA BERBER – RETRO/PERSPEKTIVE auf. Geboten werden 5 Formate zu Werk und Wirken der Anita Berber, im Studio 1 des Kunstquartiers Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin, bis 29.06.2014

seltene Filmaufnahmen mit Anita Berber auf youtube

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