Berlin-WoMen: Coco Schumann (*14.05.1924), Jazzmusiker und Holocaust-Überlebender

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Coco Schumann auf Berlin-Woman

 

 

 

 

 

 

Coco Schumann (*14.05.1924) zählt zu den wichtigsten deutschen Jazz- und Swinggitarristen. Der jüdische Künstler, der Theresienstadt und Auschwitz nicht zuletzt dank seiner Musik überlebte, feierte gerade seinen 90. Geburtstag.


Heinz Jakob „Coco“ Schumann wird 1924 in Berlin als Sohn einer Jüdin geboren. Mit 12 Jahren entdeckt er den Jazz für sich und weiß, das ist „seine“ Musik. Autodidaktisch erlernt er Gitarre und Schlagzeug. Noch minderjährig spielt Schumann in Berliner Bars und Tanzclubs. Bis 1941 kann er unter falscher Steuernummer auftreten, 1942 wird er von den Nazis verhaftet und nach Theresienstadt deportiert. Coco Schumann überlebt den Holocaust als Mitglied der Theresienstädter „Ghetto Swingers“ und später der Lagerkapelle von Auschwitz. Im Juli 1945 kehrt er nach Berlin zurück, wo er ins Jazzleben der Stadt eintaucht. Allabendlich spielt er in Bars, Nachtclubs, Hotels, auch geht er für die Besatzungsmächte auf Tournee. 1954 kommt er nach 2 Jahren Australienaufenthalt zurück und etabliert sich hier als feste Jazz-Größe. Schumann spielt auch „jede andere Musik mit Lust und Liebe, solange es Musik ist“. Seine Auftritte sind legendär, die jungen Jazzmusiker/innen greifen seinen Stil auf. Coco Schumann will sich nicht reduzieren lassen: „Ich bin Musiker. Ein Musiker, der im KZ gesessen hat, und kein KZler, der Musik macht.“ Caroline Gille und Niels Schröder haben nun eine Graphic Novel über das Leben der Jazzlegende gemacht und stellen das Buch am 23.05.2014 vor.

Lesung: Caroline Gille/Niels Schröder, Graphic Novel „I Got Rhythm. Das Leben der Jazzlegende Coco Schumann“,  Wirtshaus Max und Moritz, Oranienstraße 162, 10969 Berlin, 23.05.2014, 21:00 Uhr, Eintritt frei

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