Berlin-Women: Gisèle Freund, Akademie der Künste Berlin ab 23.05.2014

Berlin-Women

Gisèle Freund auf Berlin-Woman

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DIE FRAU MIT DER KAMERA: Gisèle Freund, Gisela Freund (19.12.1908-31.03.2000):

Die gebürtige Berlin-Woman Gisèle Freund ist eine weltbekannte Fotografin und Fotohistorikerin. Die Tochter des jüdischen Kunstsammlers Julius Freund erhielt zum Abitur eine Leica, das war ihr Schlüsselerlebnis. Die angehende Fotografin studierte 1929 Soziologie in Freiburg/Br. und ab 1930 bei Karl Mannheim und Max Horkheimer in Frankfurt/M. Norbert Elias gab ihr den Anstoß zu ihrer Doktorarbeit über die Anfänge der Fotografie in Frankreich. Gisèle ließ sich in Paris nieder, zunächst zu Forschungszwecken, dann in Reaktion auf die Judenverfolgungen im Nazideutschland. Freunds Promotion (Fotografie und bürgerliche Gesellschaft), 1936 an der Sorbonne abgeschlossen, wurde ein Meilenstein in der Fotohistorie. Parallel zu ihrer Wissenschaft betätigte sich Gisèle als Fotojournalistin. Für die großen Magazine erstellte sie vielbeachtete Reportagen, so über Arbeitslose im nordenglischen Industrierevier oder den Internationalen Schriftsteller-Kongress in Paris 1935. Dann spezialisierte sie sich auf Schriftstellerportraits und hielt zahlreiche Literaturstars fest, darunter André Malraux, André Breton, Walter Benjamin, Virginia Woolf, Jean Cocteau, Colette, James Eliot, André Gide, James Joyce, George Bernard Shaw, Stefan Zweig, Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre. 1941 floh die Fotografin vor den deutschen Besatzern nach Buenos Aires und lebte bis 1948 überwiegend in Mexiko City. Hier gehörte sie zum Kreis von Frida Kahlo und Diego Rivera. Als Mitglied der frisch gegründeten Fotoagentur Magnum publizierte sie ihre Fotos der lateinamerikanischen Politik- und Kulturereignisse in der ganzen Welt, u.a. eine ausgezeichnete Bildstrecke von Evita Perón. Mitte der 1960er Jahre zog sich die Erfolgreiche aus dem Fotobusiness zurück, hatte große Retrospektiven, veröffentlichte ihre Autobiographie und verkaufte an große Museen. Es entstanden Bildbände, Filmdokus, 1981 wurde Gisèle in die französische Légion d‘honneur aufgenommen und zur französischen Staatsbürgerin ernannt. Am 22.05.2014 eröffnet die Akademie der Künste Berlin eine Schau mit 280 Schwarzweiß- und Farbbildern.

Happy to have you here, Gisèle!

Gisèle Freund, Fotografische Szenen und Porträts, Akademie der Künste Berlin, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin, Di-So 11:00-19:00 Uhr, 6/4 Euro, Eintritt frei bis 18 Jahre und Di 15:00 – 19:00 Uhr, 23.05.-10.08.2014

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