WE mit Berlin-Woman: Sachliche Romanze, oder die unfassbare Liebe

die blaue Stunde

Nicht immer passt das zusammen, was zusammen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

Oh ja,  das kennen wir, oder? Der Dichter, Journalist und Berlin-WoMan Erich Kästner  (23.02.1899-29.07.1974) schrieb die „Sachliche  Romanze“ im Jahr 1929 für seinen 2. Gedichtband „Lärm im Spiegel“.  In einem Berlin, das genauso modern, kreativ, lebendig und verrückt war wie heute. Und die Liebe, von der das Gedicht handelt? Sich da was vormachen nützt nix, sie ist einfach nicht zu fassen:

Die „Sachliche Romanze“ von Erich Kästner:

Als sie einander 8 Jahre kannten (und man darf sagen: sie kannten sich gut), kam ihre Liebe plötzlich abhanden, wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter, versuchten Küsse, als ob nichts sei, und sahen sich an und wussten nicht weiter. Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken. Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken. Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café am Ort und rührten in ihren Tassen. Am Abend saßen sie immer noch dort. Sie saßen allein und sie sprachen kein Wort

und konnten es einfach nicht fassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.