Berlin-Women: Dorothea Buck – Bildhauerin und Überlebende der NS-Psychiatrie

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BIld: www.himmelundmehr.de/
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Dorothea Buck, auch J. E. Deranders oder Sophie Zerchin (*05.04.1917), ist eine deutsche Künstlerin, Buchautorin und wichtige Vertreterin der Bewegung für eine humane Psychiatrie. In der NS-Zeit wurde sie zwangssterilisiert.

Dorothea Buck wuchs in einer Großfamilie in Naumburg/Saale auf. 1936 erkrankte sie an Schizophrenie und wurde als „minderwertig“ eingestuft in die Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel eingewiesen. Dort wurde sie Opfer der nationalsozialistischen Zwangsmaßnahmen gegen psychisch Kranke, u.a. fiel sie unter das sogenannte „Erbgesundheitsgesetz“. Ein Jahr später lernte sie das Töpfern und besuchte ab 1942 die private Städel-Kunsthochschule in Frankfurt/M. Bei einem erneuten Psychiatrieaufenthalt in der Frankfurter Uniklinik wurde sie direkte Zeugin der NS-Euthanasie-Verbrechen. Nach dem Krieg arbeitete Dorothea Buck als Bildhauerin und Lehrerin für Kunst und Werken an der Fachhochschule für Sozialpädagogik in Hamburg. Um das Euthanasie-Thema verstärkt ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, verfasste sie Bücher, Aufsätze, ein Theaterstück. Sie hält im In- und Ausland Vorträge. 1989 begann sie mit Psychose-Seminaren und gründete gemeinsam mit dem Psychologen Thomas Bock eine Plattform für den Trialog zwischen Betroffenen, ihren Angehörigen und Pfleger/innen in der Psychiatrie der Uniklinik Hamburg. 1990 erschien ihre Autobiografie „Auf der Spur des Morgensterns. Psychose als Selbstfindung“. Sie ist Gründerin und Ehrenvorsitzende des Bundesverbandes der Psychiatrie-Betroffenen. 1997 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz Kl. 1 , 2008 mit dem Großen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Im selben Jahr erschien auch die Filmdokumentation von Alexandra Pohlmeier „Himmel und mehr – Dorothea Buck auf der Spur“. Entgegen der ärztlichen Unheilbarkeitsprognose hat die Aktivistin den Schlüssel zu ihrer endgültigen Heilung gefunden. Damit einher geht die Entwicklung ihrer ausdrucksstarken künstlerischen Arbeit. Ihre Bronze „Mutter mit Kind“ steht vor der Berliner Charité.

Dorothea Buck, Website

Himmel und mehr

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