Berlin-Women: Luise Henriette von Oranien

Berlin-Women

Wilhelm van Honthorst, Luise Henriette als Diana, 1643, Utrecht, Centraal Museum. Bild: de.wikipedia.org
Wilhelm van Honthorst, Luise Henriette als Diana, 1643, Utrecht, Centraal Museum. Bild: de.wikipedia.org

Luise (auch Louise) Henriette von Oranien (*17.11./07.12.1627-08.06./18.06.1667) ist die 1. Kurfürstin von Brandenburg. Sie wuchs im goldenen Zeitalter der Niederlande auf und brachte einen Teil dieser Kultur ins damals wüste Brandenburg.

Eigentlich war die geb. Prinzessin von Oranien-Nassau in ihren nicht standesgemäßen hugenottischen Cousin verliebt. Dann aber heiratete sie 1646 Kurfürst Friedrich Wilhelm Kurfürst von Brandenburg, gen. Der Große Kurfürst. Es war eine politische Heirat, die den Abzug der niederländischen Truppen aus den rheinischen Besitzungen herbeiführte. Ein Power-Couple! Luise Henriette unterstützte ihren Mann in der Konfliktlösung mit Polen. U.a. korrespondierte sie mit der polnischen Königin Luisa Maria. Sie begleitete ihren Mann auf Reisen nach Den Haag, Königsberg, Berlin und Kleve sowie auf den Feldzügen der Nordischen Kriege nach Polen und Schweden. Auch beriet sie ihn bei der friedlichen Neulandgewinnung in Brandenburg. Das Paar hatte 6 Kinder, darunter der zukünftige König Friedrich von Preußen. Zunächst gestaltete man das Berliner Schloss, dann 1652 das Amt Bötzow nördlich von Berlin zu einer Residenz  im holländischen Stil um. Letztes war ein Geschenk des Kurfürsten an Luise Henriette, die es Oranienburg nannte. Damit erhielt auch der gesamte Ort seinen Namen. Schloss Oranienburg wurde zum Mustergut: Luise Henriette beauftragte die berühmtesten holländischen Künstler, verpflichtete niederländische Wasserbauexperten und Siedler und richtete das 1. europäische Porzellankabinett ein. 1665 stiftete sie ein Waisenhaus für 24 Kinder, für das sie selbst die Skulpturen fertigte. Das höfische Leben der Landherrin spielte sich zwischen Oranienburg und der Sommerresidenz im Jagdschloss im ehem. Zisterzienserkloster Chorin ab. Luise Henriette starb mit 40 Jahren an Schwindsucht. Sie ist im Berliner Dom bestattet. Ihr Denkmal von Wilhelm Wolff schmückt seit 1858 den Schlossplatz in Oranienburg, ein weiteres steht auf dem Schlossplatz in Moers/Niederrhein. Die Kurfürstin Luise Henriette galt als willensstark, war eine streng gläubige Calvinistin und hegte ein herausragendes politisches Interesse.

Ein Gedanke zu „Berlin-Women: Luise Henriette von Oranien

  1. Ich bin imer wieder erstaunt und überrascht, welche normalen und doch interessenten Figuren Du so hervorzauberst und darüber schreibst.
    Ich habe mein neues Büro direkt neben dem Schloss Oranienburg und weiß nun einiges dazu zu berichten.

    VIelen Dank und mach weiter so
    Deine treue Leserin und begeisterte Nachahmerin – wenn es um Ausflugsziele geht –
    Caren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.