Berlin-WoMan exklusiv: Ich glaub ich krieg ´nen Fön – Zur Geschichte des Heißlufttrockners

kreative Unternehmer/innen

Bild: www.freshdads.com
Bild: www.freshdads.com

Föhn, Fön, Foen, Fohn, Feun, Fen, Phon und elektrickyvysouse? So heisst der elektrische Haartrockner auf Deutsch, Italienisch, Serbisch und Tschechisch, um nur einige Varianten zu nennen. 1899 war das Geburtsjahr des Ursprungsmodells: einer rauchenden, fauchenden, knatternden Maschine von 2 kg, der sich nur mutige Frauen näherten. Seitdem hat sich viel getan mit dem designfreudigsten aller kosmetischen Gebrauchsgegenstände. Hier die Kurzgeschichte des Föhns, zusammengestellt von Carola Muysers:

Im Fön ist die Hölle los: Luft wird durch Heizdrähte geleitet, die auf isolierte Glimmerplatten aufgewickelt sind. Die so erzeugte Warmluft kann durchs nasse Haar gepustet werden. Um 1900 ist die Brennschere passé, denn die AEG Hausgeräte GmbH hat ein Haartrocknergerät mit dem Antriebsmotor im Griff und 300 Watt herausgebracht. 1908 lässt sie sich den Namen Foen als eingetragene Wort/Bildmarke schützen. Ab den 1930er Jahren geht der Markenname in den immer noch gebräuchlichen Gattungsbegriff über. 1910 ist der Fön „nur noch“ 1,8 kg schwer und wird auch als tragbare Heißluftdusche gegen Gicht und Rheuma eingesetzt. So ganz geklärt ist bis heute nicht, ob der Fön zu medizinischen oder kosmetischen Zwecken erfunden worden ist. In den 1950er Jahren entstehen die 1. Plastikhaartrockner, 1959 sind Preis und Gewicht (800 gr) des AEG-Föns perfekt für den Hausgebrauch. Das Haare-Ondulieren und -Stylen wandert von den Friseursalons in die Privatbadezimmer. In der Folge muss sich das Friseurgewerbe völlig neu aufstellen: Waschen, Schneiden, Fönen heisst nun der Slogan der Branche. Die schicke Pistolenform des Föns geht auf den Entwurf des Ingenieurs Jean Mantelet zurück, der Fön wird zum Designobjekt. In den 1970ern kommt der Kompaktfön mit flexiblen Wattstärken (1200-2000 W) auf den Markt. Heutzutage kommen wir ohne Fön nicht mehr aus. Zu guter Letzt: Ein eingesteckter Fön in der gefüllten Badewanne war schon manchen Krimi wert. Some like it hot!

 

2 Gedanken zu „Berlin-WoMan exklusiv: Ich glaub ich krieg ´nen Fön – Zur Geschichte des Heißlufttrockners

  1. Äh, 1200 KW (= Kilowatt) sind 1.200.000 Watt, also wahrscheinlich die Produktion eines kleinen Heizkraftwerks… das geht bestimmt enorm auf die Stromrechnung. Solltest Du vielleicht überdenken… aber eine interessante Geschichte, danke für die Recherche!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.