Berlin-WoMen: Hartmut Fladt

Berlin-WoMen

Bild: de.wikipedia.org
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Ganz Aufmerksame haben es sicherlich bemerkt. Aus dem kleinen „m“ von Berlin-Woman ist ein „M“ geworden. Viel wird sich an unserem bewährten Infoprogramm aus Kunst, Kultur, Medien und Politik jedoch nicht ändern. Es kommen nur Männer und ihre Themen hinzu, die WIR gut finden. Hartmut Fladt  (*07.11.1945) ist einer davon. Der deutsche Komponist, Musikwissenschaftler und Radiomoderator wurde durch die Sendung „Musik verstehen“ bei radioeins auch Musikbanausen bekannt. Jeden Montagabend stellt er ein Stück vor und erklärt uns, wie es funktioniert. Und auch sonst ist er einfach Klasse. Carola Muysers hat seine Daten zusammengestellt.

Hartmut Fladt studierte Komposition und Tonsatz bei Rudolf Kelterborn und Musikwissenschaften bei Carl Dahlhaus, bei dem er 1973 promovierte. Seit 1981 hat er eine Professur für Musiktheorie an der UdK Berlin inne, 1996-2000 auch an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien. 2011 habilitierte er in den Musikwissenschaften. Kaum ein anderer Musiker und Musikwissenschaftler ist so breit aufgestellt und dabei so erfolgreich wie er. Er komponierte zahlreiche Bühnenwerke, darunter Oper, Ballett, aber auch Kammermusik, Orchester- und Chorwerke, Filmmusik und Kinderlieder. Er ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Hanns Eisler Chors in Berlin und Beirat der Hanns Eisler-Gesamtausgabe. In Gerichtsverfahren wird er oft als Gutachter herangezogen, so wies er 2010 das Plagiat von Rapper Bushido nach, der bei der französischen Band Dark Sanctuary abgekupfert hatte. Fladt hat die Richard Wagner Gesamtausgabe in 4 Bänden herausgegeben und zahlreiche Veröffentlichungen und Booklet-Texte über Musik des 13.-21. Jahrhunderts verfasst. 2012 erschien sein Buch der Musikversteher, was wir fühlen, wenn wir hören im Aufbauverlag. Darin geht es um unsere Liebe, unseren Hass zur Musik, den mächtigsten Musikorgasmus der Musikgeschichte, um Ohrwürmer und Musiker von Helge Schneider bis Beethoven, von Bach bis Tokio Hotel. 1985 erhielt Hartmut Fladt den Karl-Hofer-Preis, 1995 den Carl-Orff-Preis. Nun wurde Fladt emeritiert. Was für ein Verlust für die UdK, was für ein Gewinn für den freien Musikbetrieb!

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