Berlin-Women: Bona Peiser, die 1. Bibliothekarin Berlins

Berlin-Women

Autor: Dörte Böhner, Bild: www.bibliothekarisch.de
Autor: Dörte Böhner, Bild: www.bibliothekarisch.de

Bona Peiser (26.04.1864-17.03.1929) ist eine gebürtige Berlin-Woman, Pionierin der Frauenarbeit in Bibliotheken und Wegbereiterin der Bücher- und Lesehallen-Bewegung in Deutschland. Sie ist die 1. Frau in Deutschland, die hauptberuflich als Bibliothekarin tätig war.

Die Tochter des jüdischen Verlagsbuchhändlers Wolf Peiser besuchte eine Höhere Töchterschule und die Viktoriaschule. 1875-1929 wohnte sie in der Brandenburgischen Str. 11, heute Lobeckstr. in Berlin-Luisenstadt. Da es keine offizielle Bibliothekarinnen-Ausbildung gab, studierte Bona Peiser in Manchester das englische Bibliothekensystem mit seinen Public Libraries. Das Wissen brachte sie nach Berlin und stieß über den Kaufmännischen und gewerblichen Hilfsverein für weibliche Angestellte und die Deutsche Gesellschaft für Ethische Kultur (DGEK) die Bücher-und Lesehallen-Bewegung in Deutschland an. Als Gründungsmitglied der Bibliotheks-Kommission der DGEK sammelte Bona Peiser Bücher- und Geldspenden und richtete damit ie 1. öffentliche Lesehalle in der Alten Schönhauser Allee ein. Schon im 1. Jahr hatte die Halle 50.000 Besucher (bis 1920 sollten es 2 Mio werden), die 21. 000 Bücher ausliehen und das reiche Zeitschriften- und Zeitungsangebot nutzten. In der Folge bewilligte der Berliner Magistrat den Ausbau von Volksbibliotheken und Lesehallen. Parallel dazu initiierte Bona Peiser die Bibliothekarinnen-Ausbildung und war selbst in leitender Funktion in der Lesehalle und der Bibliothek des Vereins Frauenwohl von Minna Cauer tätig. Hier führte sie das eigens entwickelte Buchkartensystem ein, das die Nutzung und Ausleihe pragmatisch regelte und Jahrzehntelang in den Bibliotheken eingesetzt wurde. Anlässlich der drohenden Schließung der Bona-Peiser-Bibliothek in der Oranienstraße 72 in der Otto-Suhr-Siedlung veranstaltet die Buchhandlung Moritzplatz am 30.01.2014 eine Lesung aus der Biographie von Bona Paiser von Frauke Makrt-Thomsen. Es liegt auch eine Unterschriftenliste zur Bibliotheksrettung aus.

Moritzplatz Stammtisch: Bona Peiser – die erste deutsche Bibliothekarin, mit Frauke Mahrt-Thomsen (1967-2008 Bibliothekarin in der Bona-Peiser-Bibliothek), M1 Café Bar, Buchhandlung Moritzplatz, Prinzenstr. 85, 10969 Berlin, Donnerstag 30.01.2014, 20:15 Uhr, Eintritt frei

Serie über die Bibliothekarinnen-Bewegung von Iwona Dadej auf Berlin-Woman

Ein Gedanke zu „Berlin-Women: Bona Peiser, die 1. Bibliothekarin Berlins

  1. Interessant ist ja bei dem Thema, dass die öffentlichen Bibliotheken im Zeitalter der elektronischen Information keineswegs verwaiste Orte geworden sind, sondern sogar Zuwachsraten verzeichnen können. Ihr Problem ist eher das Image, der Trend.

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