Berlin-Woman empfiehlt: die Werkschau „Renée Sintenis, Berliner Bildhauerin (1888-1965)“

Berlin-Westend

Bild: Renée Sintenis, Berliner Bär. Model für den Berlinale Bär, Foto: www.freundederkuenste.de
Bild: Renée Sintenis, Berliner Bär. Model für den Berlinale Bär, Foto: www.freundederkuenste.de

Jedes Jahr wird den Sieger/innen des Berlinale Wettbewerbs ein hübscher goldener bzw. silberner Bär überreicht. Beim Entrée in die Stadt grüßt ein ebensolcher lebensgroßer Bär die Autofahrer/innen. Die wenigsten wissen allerdings, dass diese tapsige Tiergestalt von Renée Sintenis (1888-1965) entworfen wurde. Derzeit bietet das Georg-Kolbe-Museum die Möglichkeit, Leben und Werk der Starbildhauerin der Weimarer Republik in einer sehenswerten Retrospektive kennenzulernen. Berlin-Woman hat die Ausstellung besucht.

So weit draußen liegt das Georg-Kolbe-Museum in Berlin-Westend gar nicht. Die S-Bahn führt schnell dorthin und fast vor die Tore des Museums, das aus dem Wohn-und Atelierhaus des berühmten expressionistischen Bildhauers Georg Kolbe besteht. Aktuell ist dort eine Werkschau seiner Kollegin und Mitstreiterin, der Berliner Bildhauerin Renée Sintenis zu sehen. Gezeigt werden über 100 bronzene und silberne Tier-, Sportler- und mythische Figuren sowie Bildnisse nebst ausgesuchten grafischen Blättern. Der finnische Läufer Nurmi, der Dichter Joachim Ringelnatz und der Dichter André Gide gaben u.a. die Modelle für die expressiven, ganzfigurigen Kleinplastiken bzw. Portraitbüsten ab, die in der Ausstellung präsentiert werden. Eine große Anzahl an perfekt und lebendig gestalteten Bildwerken von Fohlen, Rüden, jungen Eseln, Ziegenböcken und Rehen eröffnen den Blick auf ein weiteres wichtiges Marktsegment der Künstlerin. Wie der Sport waren nämlich Tiere ein zeichensetzendes Motiv in der Kunst der Weimarer Republik, und Renée Sintenis zählte zu den Hauptvertreter/innen auf diesem Gebiet. Zahlreiche Fotografien und eine schöne Reihe an Selbstbildnissen aus allen Lebensphasen bringen uns dann auch den Lifestyle und das Image der 1,80 m großen sehr professionellen und sehr erfolgreichen Künstlerin nahe. Georg Kolbe, die Fotografin Frieda Riess und der Grafiker, Maler und Sintenis Ehemann Emil Rudolf Weiß bildeten die super aparte Renée Sintenis gerne und vielfach ab. Die fulminante Karriere der jüdisch stämmigen Bildhauerin wurde in der Nazizeit ausgebremst und nahm nach 1945 einen 2. Anlauf. Berlin-Woman berichtete bereits und empfiehlt heute den Ausstellungsbesuch. Im Anschluss kann man im Museumscafé K wunderbar entspannen. Reserviert euch das Kaminzimmer!

Renée Sintenis,  Berliner Bildhauerin 1888-1965Georg-Kolbe-Museum, Sensburger Allee 25, 14055 Berlin, Di-So, 10:00-18:00 Uhr, Heiligabend und Silvester geschlossen, 5/3 €, bis 23.03.2014

Renée Sintenis auf Berlin-Woman

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.