Bloghistorie, Berlin-Women: Marie Vernet, das erste Model der Welt

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Marie Vernet Worth auf Berlin-Woman
eigene Bildquelle

Es ist wieder Berlin-Fashion Week. Und auch dieses Mal laufen die üblichen schönen, untergewichtigen und oftmals unterbezahlten Models über den Catwalk. Doch langsam verändert sich der Topos. So präsentierte die Designerin Malaika Reiss bei Mercedes Benz ihre Kollektion mit Models, die KEINE perfekten Proportionen vorzuweisen haben. Mode für „lebendige Frauen“!  By the way, das 1. Profi-Model führte schon vor mehr 160 Jahren Kleider vor: Marie Vernet:   

Das 1. Profi-Model der Welt ist Marie Vernet, verh. Worth (* 1825). Sie war um 1850 im Stoffhaus Gagelin in Paris tätig, wo sie dem Briten Charles Frederick Worth (1826-1895) begegnete. Man verliebte, verlobte und ehelichte sich 1851. Frederick entwarf für die schöne Marie Seidenkleider, die der Kundschaft gefielen. Auch sie wollte die herrlichen Kreationen von Worth tragen. Worth richtete sich ein Studio im Stoffhaus ein und etablierte sich zum 1. Couturier der Welt. Davor hatten die Schneider ausschließlich nach den Stoff-, Farben- und Schnittwünschen der Kund/innen genäht. 1858 eröffnete Worth dann sein eigenes Modehaus unter eigenem Label und mit 4 Kollektionen im Jahr. Zu Weltruhm gelangte er, als er die Frau des österreichischen Gesandten in Paris in silbernen Tüll mit rosa Herzen, silbernen Pailletten und Gänseblümchen hüllte. In der Folge ließen sich Kaiserin Eugenie, Sissi und andere weibliche Promis von Worth einkleiden. Maries Aufgabe bestand darin, dem illustren Kundinnenkreis die Aufsehen erregenden Gewänder vorzuführen. Sie besuchte diese zunächst daheim, bot dann aber kleine Fashion-Shows im Modehaus an, zu denen sie attraktive junge Frauen, „Sosies“ oder „Double“ genannt, als Model hinzuzog. 1865 beendete Marie ihre Karriere aus gesundheitlichen Gründen. Ihr Todesdatum ist nicht bekannt. Die Marke Worth wurde ein Riesenerfolg. Der Modeschöpfer der 1. Stunde entwickelte ein modernes Vertriebsprogramm, verkaufte seine Schnittmuster an ausländische Einkäufer, nähte sein Namensschild ein und kürzte die Länge der Kaiserinnenrobe um revolutionäre 25 cm!

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