WE mit Berlin-Woman: der Lippenstift!

die blaue Stunde

Bild: www.lippenstiftmuseum.de
Bild: www.lippenstiftmuseum.de

Der Lippenstift ist DAS Kosmetikprodukt! In der uns bekannten Stiftform kam er im 19. Jahrhundert auf den Markt. Insgesamt aber hat der Lippenstift eine 3.500jährige Geschichte. Schon die altägyptischen Königinnen malten sich den Mund rot. Und auch bei männlichen Kriegern gab’s geschminkte Lippen. „Hast du die Lippen mir wund geküßt, so küsse sie wieder heil. Und wenn du bis Abend nicht fertig bist, so hat es auch keine Eil“ (Heinrich Heine).

Vor 3.500 Jahren betonten die Sumer/innen ihren Mund mit einer roten Lippensalbe. In Ägypten kombinierten Herrscherinnen wie Nofrete ihre mit Kohle schwarz umrandeten Augen mit einem rot geschminkten Mund. Im Alten Japan färbten sich hoch gestellte Frauen das Gesicht weiß und den Mund, ja sogar die Mundhöhle dunkel. Dabei benutzten sie eine Mischung aus Wachs, Honig und Pigmenten. Elisabeth I., die sich ähnlich wie die Japanerinnen weiß puderte und die Wangen und Lippen rot anmalte, soll als 1. einen Lippenstift benutzt haben. Katharina die Große ließ sich von ihren Dienerinnen die Lippen aufbeißen, damit sie hellrot und voll aussahen. Der 1. echte Lippenstift wurde dann 1883 auf der Weltausstellung in Amsterdam als Stylo d’Amour präsentiert. Er bestand aus einem in Seidenpapier gewickelten Stift aus gefärbtem Rizinusöl, Hirschtalg und Bienenwachs. Sündhaft und teuer wurde er vorerst nur von berühmten Schauspielerinnen, wie Sarah Bernhardt, genutzt. Bevorzugte Farben waren Rot, Vitrolgrün und Schwarz. 1912 wurde der Lippenstift zum Kampfsymbol der New Yorker Sufragetten, 1915 erhielt er seine Metallhülse und in den 1920ern wurde ihm endlich der längst verdiente Erfolg beschert. Die weiblichen Stummfilmstars betörten mit dem Amorbogen (Clara Bow), den Vamp-Lippen (Theda Basra) und dem Bienenstich-Kussmund (Mae Murray). 1920 stieg Helena Rubinstein ins Lippenstiftgeschäft ein, 1928 gab’s den Stift kussecht. Die amerikanische Chemikerin Hazel Bishop sorgte mit dem noch heute verwendeten Lippenstift auf Lanolin-Basis dafür, dass er nicht mehr verschmierte. Nach dem 2. Weltkrieg erfreuten sich Lippenstifte amerikanischer Marken allergrößter Beliebtheit, denn seit 1948 waren ihre Hülsen drehbar. 1994 lancierte die Marke MAC den VIVA GLAM Lippenstift, dessen Mio-Erlöse in die MAC Aids-Stiftung flossen. Heute benutzen 21 % der deutschen Frauen täglich 1 Lippenstift, insgesamt hat er die höchste Nutzungsrate in der Kosmetikindustrie. Allein Revlon verkaufte seit 1939 über 30 Mio. Stifte. Wer sich noch mehr mit dem berühmtesten Stift der Welt befassen will, kann das in Berlins Lippenstiftmuseum tun.  

Lippenstiftmuseum by René Koch, mit Exponaten, Plakaten, Rezepturen und 150 Kussabdrücken populärer Diven wie Marlene Dietrich, Grace Kelly und Evita Perón, Helmstedter Str. 16, 10717 Berlin, Besuche & Besichtigungen nur nach vorheriger Terminvereinbarung: 030-854 28 29, Telefontermine: Mi-Fr 11:00-19:00 Uhr, info@lippenstiftmuseum.de

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