World-Women: Simone de Beauvoir

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Simone de Beauvoir auf Berlin-Woman

„Ich bin da, mein Herz schlägt!“ Simone de Beauvoir, Simone Lucie-Ernestine-Marie-Bertrand de Beauvoir (09.01.1908-14.04.1986) ist eine weltberühmte Autorin, Philosophin und Feministin. Sie gilt als Hauptvertreterin des Existentialismus. Bereits während ihres Literaturstudiums an der Pariser Sorbonne ab 1928 verfasste Beauvoir ihren 1. Roman, unterhielt 1. Kontakte zu französischen Intellektuellen und hatte ihren 1. Lehrauftrag. Beim Zweitstudium für das Lehramt begegnete sie dem Kommilitonen Jean Paul Sartre, mit dem sie ein „Pachtverhältnis“ einging, das andere sexuelle aber keine weiteren Liebeskontakte erlaubte. Bis 1943 arbeitete sie dann als Philosophielehrerin. In den Kollaborationsjahren unter den Nationalsozialisten 1940-44 agierten Beauvoir und Sartre im Widerstand und wurden deshalb massiv angegriffen. 1943 brachte die Autorin Sie kam und blieb, verschiedene Essays und zusammen mit Albert Camus die Untergrundzeitschrift Combas heraus. In dieser Zeit traf sie Picasso, Dora Maar, Jacques Lacan und Jean Genet. 1945 gründete sie mit Sartre die Zeitschrift Les Temps Moderne und veröffentlichte ihren Roman Alle Menschen sind sterblich. 1947 begegnete sie auf einer Vortragsreise in den USA dem Schriftsteller Nelson Algren, der bis 1952 ihr Geliebter blieb. Sein Nachfolger wurde bis 1958 der Filmemacher Claude Lanzmann. Diese Liebschaften taten ihrem Zusammenleben mit Sartre keinen Abbruch. Das Paar unternahm zahlreiche politische Reisen, u.a. 1948 nach Berlin. Der Welterfolg von Das andere Geschlecht von 1949 machte Beauvoir zur bekanntesten Intellektuellen überhaupt und bescherte ihr Vortragseinladungen in der ganzen Welt. In ihrem kultur- und philosophiekritischen Rundumschlag entmystifizierte sie die Mutterschaft und die glorifizierte Rolle der Frau als kulturell tief verankertes Unterdrückungsmodell. 1954 erhielt sie den Prix Goncourt. Mit Sartre engagierte sie sich weiterhin pazifistisch, u.a. für den Abzug der sowjetischen Truppen aus Ungarn, gegen den Algerienkrieg und gegen den Vietnamkrieg. Das Paar traf Che Guevara und Fidel Castro zu politischen Gesprächen auf Kuba. Ihren Lebensabend verbrachten Sartre und Beauvoir in Rom und Paris. Beauvoir hinterließ 7 Romane und Erzählungen, 1 Theaterstück, zahlreiche Essays und ein umfangreiches autobiographisches Oeuvre. Genau heute vor 106 Jahren wurde sie geboren. Toutes nos félicitations et merci beaucoup, Simone!

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