World-Women: Christina Sánchez, Matadora de Torre! (& Blancanieves. Ein Märchen von Schwarz und Weiß)

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Bild: Blancanieves, www.filmstarts.de
Bild: Macarena García, Blancanieves, www.filmstarts.de

„Wende dem Stier nie den Rücken zu, blicke ihm fest in die Augen“, rät der einst gefeierte Torero Antonio Villalta seiner kleinen Tochter Carmen. Beim querschnittsgelähmten Vater erlernt sie den Stierkampf, während ihre Stiefmutter Encarana sie misshandelt und unterdrückt. Nach der Ermordung des Vaters durch Encarana flieht das Mädchen, schließt sich einer Gruppe kleinwüchsiger Show-Toreros an und wird zur Star-Matadorin. Der zauberhafte spanische Schwarzweiß- und Stummfilm „Blancanieves. Ein Märchen von Schwarz und Weiß“ (Schneewittchen) von 2012 und aktuell in den Berliner Kinos, hat uns nach echten Toreras recherchieren lassen. Entdeckt haben wir Christina Sánchez, eine der 1. offiziell anerkannten Stierkämpferinnen der Welt:

Christina Sánchez (*20.02.1972) ist eine spanische Stierkämpferin, und eine der 1. weiblichen Matadore überhaupt. Als Tochter eines spanischen Banderillerlos hegt sie schon als Kind den Wunsch, eine Torera zu werden. Sie lernt in der Stierkampfschule von Madrid und debütiert 1993. Die zierliche Matadorin nimmt es mit den 10 Mal so schweren Tieren auf, hat aber stets Probleme, sie mit einem Dolchstoß zu töten. 2 Mal wird sie von einem Stier schwer verletzt. Christina Sánchez erhält als 1. Frau die confirmación, mit der sie offiziell in der Stierkampf-Arena in Madrid zugelassen wird. 1996 wird sie auch als Matadorin in Nimes eingeführt und trägt von da an den höchsten Titel des Matador de Torros. Bei der feierlichen Zeremonie tritt Christina in einer pastellblauen Torero-Tracht auf, die sich vom handelsüblichen Matadoren-Weiß absetzt. Nach jedem Kampf, den sie im Rahmen der Initiation durchführt, hält sie bei der Ehrenrunde und vor dem jubelnden Publikum ein abgeschnittenes Stierohr hoch. Im selben Jahr rettet sie ihren Vater bei einem Stierkampf im südfranzösischen Dax vor einem angreifenden Stier. Direkt danach muss auch sie in die Arena und siegt. 1998 erhält sie in Madrid die Anerkennung als Matadora de Torre, die höchste Weihe eines Stierkämpfers überhaupt. 2000 heiratet sie den portugiesischen Banderillero Alejandro da Silva und tritt zurück. Seit 2006 ist sie wieder in der Arena.

Matador: reizt den Stier mit der Muleta (rotes Tuch) und versetzt dem Stier den Todesstoß.

Picadero: sitzt zu Pferd und stößt dem Stier Lanzen in die Nackenmuskulatur.

Banderillero: sticht kleine scharfe Spieße in den Stierkörper.

Blancanieves. Ein Märchen von Schwarz und Weiß, Spanien 2012, 105 min, Buch & Regie: Pablo Berger, Musik: Alfonso de Vilallonga, Kostüm: Fernando Franco, Schnitt: Paco Delago, Darsteller/innen: Maribel Verdú, Daniel Giménez Cacho, Angela Molina, Pere Ponce, Marcarena García, Sofía Oria, Emilio Gavira, Sergio Dorado, Alberto Martinez, Michal Lagosz, Jimmy Muñoz, Jinson Añazco.

Blancanieves in den Berliner Kinos

Ein Gedanke zu „World-Women: Christina Sánchez, Matadora de Torre! (& Blancanieves. Ein Märchen von Schwarz und Weiß)

  1. Stimmt nachdenklich.
    Ist es jetzt ok einen Stier auf grausame Art und Weise zu misshandeln und zu töten, weil es eine Frau tut?
    Oder beweist das, dass Frauen genauso blutrünstig sein können wie Männer(noch dazu in einem komplett ungleichen und feigen Kampf)?
    Oder versetzt die Matadora dem Stier als Symbol des Mannes in der Arena der Geschlechter den Todesstoß?

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