Berlin-Women: Renée Sintenis, Werkschau im Georg-Kolbe-Museum

Berlin-Women

Frieda Riess, Renée Sintenis, 1925©-ullstein-bild, Abbildung: www.gerog-kolbe-museum.de
Frieda Riess, Renée Sintenis, 1925©-ullstein-bild, Abbildung: www.gerog-kolbe-museum.de

Bubikopf, Körpergröße: 1,80 m, Akademiemitglied, Bohèmienne und Avantgardistin. In vielerlei Hinsicht war die Bildhauerin Renée Sintenis (20.03.1888-22.04.1965) „die erste Frau“ in der Berliner Kunstszene ihrer Zeit. Ihre Motive: der weibliche Akt, Tiere und Sport, galten als hochmodern. Die Bildhauerin schuf auch Illustrationen, Zeichnungen und Holzschnitte.  Bis zum 22.03.2014 zeigt das Georg-Kolbe-Museum eine Werkschau mit 100 Plastiken der Künstlerin.

Renate Alice Sintenis (20.03.1888 -22.04.1965) ist eine deutsche Grafikerin und Bildhauerin. Sie wuchs in Stuttgart auf und ließ sich dort im Zeichnen ausbilden. 1905 zog sie nach Berlin, 1907-1910 studierte sie an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums in der Meisterklasse von Leo König. Dann kam der Erfolg, den vor allem ihr Galerist Alfred Flechtheim bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten tatkräftig unterstützte. Als sogen. 1/4-Jüdin blieb sie Mitglied in der Reichskulturkammer, arbeitete im begrenzten Rahmen weiter und wurde in den Jahren des Nationalsozialismus durch die Galerie Karl Buchholz international vertreten. Im Berliner Kunstbetrieb war Renée Sintenis an vielen Stellen „die erste Frau“. 1931-1934 Mitglied in der Akademie der Künste Berlin, 1947 Professur an der Berliner Kunstakademie (heute Universität der Künste Berlin), 1948 der erste Große Berliner Kunstpreis, 1952 der Orden pour le Mérite für Wissenschaft und Kunst und 1955-1965 Mitglied in der Akademie der Künste in Westberlin. In den 1920er Jahren zählte Renée Sintenis zur Berliner Avantgarde und war u.a. mit Frieda Riess, Ernst Barlach, Asta Nielsen, Gottfried Benn, Rainer Maira Rilke und Joachim Ringelnatz befreundet. 1942 verlor sie ihren Mann Emil Rudolf Weiß, mit dem sie seit 1917 verheiratet war. 1945 wurde sie ausgebomt. Die letzten Jahre verbrachte sie mit Magdalena Goldmann, die ihren Nachlass verwaltete. Ihr lebensgroßer Berliner Bär – Vorbild für den Berlinale Bären – steht an der B 115 zwischen Dreilinden und Autobahnkreuz Zehlendorf. Weitere Werke befinden sich im Georg-Kolbe-Museum, wo die aktuelle Retrospektive gezeigt wird, auf dem Renée Sintenis-Platz und vor der Renée-Sintenis-Grundschule in Berlin-Frohnau. Renée Sintenis hat ein Ehrengrab auf dem Waldfriedhof in Berlin-Dahlem (Abt. 24B-12). An ihrem Wohnhaus in der Innsbrucker Str. 23a befindet sich eine Plakette.

Renée Sintenis,  Berliner Bildhauerin 1888-1965, Georg-Kolbe-Museum, Sensburger Allee 25, 14055 Berlin, Di-So, 10:00-18:00 Uhr, Heiligabend und Silvester geschlossen, 5/3 €, bis 23.03.2014

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