Berlin-Woman empfiehlt: Wien Berlin. Kunst zweier Metropolen. Von Schiele bis Grosz

Berlin-Kreuzberg

Bild: Gustav Klimt Johanna Staude (unvollendet), 1917/18 Belvedere, Wien, Bild: www.form.de
Bild: Gustav Klimt Johanna Staude (unvollendet), 1917/18 Belvedere, Wien, Bild: www.form.de

Wien Berlin, da denken wir gleich an Schnitzel und Currywurst. Dass die beiden Städte mehr zu bieten haben, zeigt uns die aktuelle Sonderausstellung „Wien Berlin. Kunst zweier Metropolen“. Die großzügige Schau mit 200 zentralen Exponaten, die derzeit in der Berlinischen Galerie zu sehen ist, gibt nicht nur Einblick in die Kunst der Sezessionen bis zur Neuen Sachlichkeit. Hier geht es auch um den Austausch und die Vernetzung beider Kunstszenen dieser Zeit. Ein Dialog des Aufbruchs, der Innovation und der Gleichberechtigung in der Kunst. Carola Muysers empfiehlt:

Wer sich nach Wien/Berlin begibt, sollte Zeit mitbringen. Denn die Ausstellung nimmt fast das gesamte Erdgeschoss der Berlinischen Galerie ein. Ariadne hat hier nicht nur einen, sondern gleich mehrere rote Fäden ausgeworfen, um uns durch die Schau zu leiten. Einmal sind es die Parallelen und Vernetzung zwischen Wien und Berlin, die sich z.B. in der Berliner Secession, dem Wiener Jugendstil, den Wiener Werkstätten, den Expressionisten, dem utopischen Kinetismus, der Neuen Sachlichkeit und im Dada äußerten. Dann können uns in fantastische Einzelwerke vertiefen, die direkt aus den Berliner und Wiener Museumsschatzkammern in die Ausstellung verfrachtet worden sind. Beispielsweise das obskure Selbstbildnis mit ophthalmologischen Lehrmodellen von Herbert Ploberger (1928 – 1930), das neusachliche Mädchen von Franz Lerch (1929) oder die jugendstilige Johanna Staude von Gustav Klimt, nebst dem im Portrait abgebildeten und von Staude selbst entworfenem zauberhaften Blusenoriginal. Schließlich entdecken wir auch eine große Anzahl an hier vertretenen Künstlerinnen, wie Hannah Höch, Erika Giovanna Klien, Broncia Koller-Pinell, Lotte Laserstein und Jeanne Mammen. Die Ausstellung macht wieder neugierig auf die Kunstgeschichte der Moderne. Denn sie kommt ohne altbackene Meisterverehrung aus und erlaubt uns, unserem eigenen roten Faden zu folgen. Die Schau ist eine Kooperation zwischen der Österreichischen Galerie Belvedere und der Berlinischen Galerie, steht unter der Schirmherrschaft von Klaus Wowereit und hat die freundliche Unterstützung der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und der Kulturstiftung der Länder. Es gibt einen umfangreichen Katalog.

Wien Berlin, Kunst zweier Metropolen. Von Schiele bis Grosz, Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Alte Jakobstraße 124-128, 10969 Berlin,  bg@)berlinischegalerie.de, Tageskarte 10/7 €, jeden 1. Mo im Monat 6 €, bis 18 Jahre Eintritt frei, Mi-Mo 10:00-18:00 Uhr, geschlossen am 24.12. und 31.12.2013, bis 27.01.2014.

Kleine Bildergalerie der Ausstellung

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