Berlin-Women: Lene Schneider-Kainer

Berlin-Women

Lene Schneider-Kainer, Amsterdam, 1919, Bild: www.kunsthandel-wurzer.com
Lene Schneider-Kainer, Amsterdam, 1919, Bild: www.kunsthandel-wurzer.com

Lene Schneider-Kainer (16.05.1885 -15.06.1971) ist eine jüdisch stämmige, deutsche Expressionistin, die ab 1912 in Berlin lebte und arbeitete. Sie studierte in Wien und München. 1909 – 1912 bildete sie sich in Paris weiter aus. 1910 heiratete sie den Arzt und Künstler Ludwig Kainer, mit dem sie einen Sohn hatte, und von dem sie sich 1926 scheiden ließ. Die Künstlerin nahm regen Anteil am kulturellen Leben der Berliner Metropole.

Sie schloss sich der expressionistischen Avantgardebewegung an und war u.a. mit Else Lasker-Schüler, Franz Werfel, Arnold Schönberg, Herwarth Walden und Gret Palucca befreundet. 1917 hatte sie ihren Durchbruch und ihre 1. große Einzelausstellung im Kunstsalon Fritz Gurlitt, dessen Nachfahre aktuell mit intransparenten Geschäften mit den Kunstsammlungen jüdischer Holocaustopfer in der Presse steht. 1925 eröffnete Lene Schneider-Kainer ihren eigenen Mode-Kunst-Salon. Eine Asienexpedition im Auftrag des Berliner Tageblatts führte sie 1926–1928 auf die Spuren von Marco Polo, ihr Begleiter war der Schriftsteller Bernhard Kellermann. Auf der Reise zeichnete, filmte und schrieb sie ausgiebig. Die Ergebnisse zeigte die Künstlerin dann auf einer sehr erfolgreichen Ausstellungstournée durch Berlin, Magdeburg, Stuttgart, Kiel, London, Rom, Palma de Mallorca, Barcelona, Kopenhagen, New York und Philadelphia. 1931 erhielt sie den Rom-Preis der Villa Massimo. In Reaktion auf die nationalsozialistische Judenverfolgung wanderte sie 1933 nach Spanien aus und gründete auf Ibiza ein Gästehaus für emigrierte Künstler/innen. 1938 ging es weiter nach New York, 1938–1954 unterhielt sie den Kinderbuchverlag „Elena Aleska“. Ab 1954 lebte sie in Cochabamba (Bolivien), wo sie eine Mission leitete und mit ihrem Sohn eine Textilfabrik für indianische Stoffe gründete. 1963 erhielt sie vom deutsche Staat eine finanzielle Wiedergutmachung für die Zeit ihrer Verfolgung. Lene Schneider-Kainer war auch als Filmproduzentin tätig.

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