World-Women: Undine

World-Women

John William Waterhouse, Undine, 1873, Bild: www.wikipedia.org
John William Waterhouse, Undine, 1873, Bild: www.wikipedia.org

Neben den großartigen Berlin-Women stellen wir immer wieder eine Frau vor, die Weltbewegendes getan hat bzw. tut. Dazu gehören auch künstlerische und literarische Figuren. Diese Symbolträgerinnen sind Ausdruck unserer Psyche und verraten uns so manches über uns. Ganz egal, ob wir Männlein oder Weiblein oder etwas anderes sind. Bisher waren das Meretlein und die schöne Melusine  Thema. Heute ist Undine an der Reihe.

Undine (auch Undene, Unda=lat. Welle, Ondine=franz. Nixe) ist ein halbgöttlicher Elementargeist. Ihre Gestalt leitet sich von den griechischen Nymphen Amphitrite und den Nereiden ab. Als Verkörperung des Wassers finden wir sie in Waldseen und an Wasserfällen, in der slawischen Überlieferung verzaubert sie zudem mit Wassergesängen. Sie zieht sich ins Wasser zurück, wenn wir sie erzürnen oder beleidigen. Einem untreuen Ehemann bringt sie den Tod, auch ertränkt sie ihre Geliebten, wenn diese ihr Böses antun! Bei Hans Christian Andersen, Goethe, Achim von Arnim u.a. taucht sie als Figur auf. Eine Hauptrolle spielt sie in der gleichnamigen Novelle von Friedrich del la Motte Fouqué aus dem Jahr 1811. Hier ist sie die Findeltochter eines Fischerpaares, der Ritter Huldbrand auf dem Weg zu seiner hochmütigen Geliebten Bertalda begegnet und verfällt. Es gibt ein Hin und Her, bei dem heraus kommt, dass Bertalda eigentlich die Fischerstochter ist, während Undine vom Flußgeist Kühleborn entsandt wurde, um über die Ehe mit einem Menschenmann eine Seele zu erhalten. Huldbrand heiratet erst Undine, bekommt Angst vor ihr, verwünscht sie und heiratet dann in seiner Trauer um sie Bertalda. Bei der Hochzeit will keine Stimmung entstehen. Bertalda läßt den Burgbrunnen öffnen, um ihre Haut zu erfrischen. Undine springt raus und küßt den Ritter zu Tode. Bei seinem Begräbnis erscheint die Nymphe erneut. Sie bringt die Quelle, die von da an das Grab umsprudelt.

die Novelle: Friedrich de la Motte Fouquée, Undine

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