Berlin-Women: Jeanne Mammen

Berlin-Women

Jeanne Mammen, Selbstbildnis um 1932, WVZ: Z 365, Bild: www.jeanne-mammen.de
Jeanne Mammen, Selbstbildnis um 1932, WVZ: Z 365, Bild: www.jeanne-mammen.de

„Painting Forever!“ Mit diesem Motto bekennen sich zur Zeit 4 große Berliner Kunstinstitutionen zum Medium der Malerei. So auch die Deutsche Bank KunstHalle, die in der Ausstellung „To paint is to love again“ 3 zeitgenössische Malerinnen mit der 1920er Jahre-Künstlerin Jeanne Mammen kombinieren. Über dieses malerische Zwiegespräch wird Berlin-Woman noch genauer berichten und stellt heute schon mal die Protagonistin vor. 

Jeanne Mammen (21.11.1890-22.04.1976) ist eine geborene Berlin-Woman, Malerin und Zeichnerin aus Umfeld der Neuen Sachlichkeit und des Symbolismus‘. Sie wächst in Paris auf. 1906 beginnt sie ihr Studium an der Pariser Académie Julian, 1908 geht sie an die Académie des Beaux-Arts in Brüssel, 1911 an die Scuola Libera Academia in Rom. 1914 wird die Familie Mammen nach Holland interniert. 2 Jahre später zieht die mittellose Künstlerin nach Berlin, wo sie sich als Modezeichnerin und Illustratorin u.a. für den Ulk, die schöne Frau, Ulk, Simplicissimus und den Junggesellen betätigt. Sie wird Chronistin des proletarischen, halbseidenen und queeren Berlin der 1920er Jahre. 1924-34 zeitigt sie ihre größten künstlerischen Erfolge, Kurt Tucholsky schreibt über sie eine fulminante Kunstkritik. 1930 hat sie eine sehr erfolgreiche Ausstellung in der Berliner Galerie Gurlitt. Nach der Machtergreifung durch die Nazis zieht sie sich aus dem Kunstgeschehen heraus, malt und zeichnet überwiegend im Privaten, auch beginnt sie zu modellieren. Nach 1945 wird Jeanne Mammen von der Berliner Galerie Rosen vertreten, 1949/50 schließt sie sich dem Künstlerkabarett „die Badewanne“ an. Sie übernimmt die künstlerische Leitung für die Kostüme und das Bühnenbild. Befreundet ist sie mit den Künstlern Hans Thiemann und Hans Laabs und den Dichtern Johannes Hübner und Lothar Klünner. In jener Zeit entwickelt sie einen lyrisch-abstrakten Stil, den sie überwiegend in Collagen zum Ausdruck bringt. In den 1970er Jahren wird die Künstlerin wiederentdeckt und hat große Ausstellungen in Hamburg und Stuttgart. Seit den 1990er Jahren kaufen auch Museen ihre Werke an. Die Jeanne Mammen Stiftung e.V. pflegt ihr im Originalzustand erhaltenes Atelier am Kurfürstendamm 29 in Berlin-Charlottenburg.

Painting Forever! – To paint is to love again. Jeanne Mammen – Antje Majewski, Katrin Placvak, Giovanna Sarti, Deutsche Bank KunstHalle, Unter den Linden 13-15, 10117 Berlin, 4/3 €, Mo-So 10:00-20:00 Uhr, Mo freier Eintritt, bis 10.11.2013

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