Berlin-Women: Julie Wolfthorn

Berlin-Women

Julie Wolfthorn, Bild: www.inselgalerie-berlin.de
Julie Wolfthorn, Bild: www.inselgalerie-berlin.de

Dienstag und Donnerstag stellen wir jeweils eine Berliner Berühmtheit vor. Heute ist´s: Julie Wolfthorn (08.01.1864-29.12.1944), eine bedeutende Malerin, Zeichnerin, Grafikerin und Illustratorin der Bel Epoque und der 1920er Jahre. Als junge Waise einer jüdisch stämmigen Familie zieht Julie Wolf von Thorn zu Angehörigen in Berlin. Um 1890 bildet sie sich in der Damenmalschule von Curt Herrmann und an der Académie Colarossi und der Académie Julian in Paris aus.

Ab dann liefert sie als eine der wenigen Frauen Titelbilder und Illustrationen für die angesagte Kunstzeitschrift Jugend. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der Berliner Secession und damit zur Crème de la Crème der Künstlerinnen ihrer Zeit (siehe die Serie über die Berliner Secessionistinnen). 1904 eröffnet sie ihre eigene Malschule. Im selben Jahr heiratet sie den Kunstkritiker Rudolf Klein-Diepold. Ab 1905 besucht sie verschiedene Künstlerkolonien wie Ascona, Dachau, Hiddensee und Worpswede. 1906 gründet sie zusammen mit Käthe Kollwitz die Verbindung bildender Künstlerinnen. Sie ist Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen, im Deutschen Lyceum-Club, der GEDOK und der Jury in der Berliner Secession. Regelmäßig ist sie auf den Kunstschauen der Berliner Secession und der Großen Berliner Kunstausstellung präsent. Zahlreiche Berühmtheiten ihrer Zeit lassen sich von ihr malen. Das nimmt unter den Nationalsozialisten ein jähres Ende, sie erhält Mal- und Publikationsverbot. Bis 1941 bleibt sie im Jüdischen Kulturbund aktiv und malt unerlaubt weiter, u.a. erstellt sie Portraits und gibt Unterricht. Im Oktober 1942 wird sie gemeinsam mit ihrer Schwester Luise in das Gettho Theresienstadt deportiert, wo sie im Dezember 1944 stirbt. Arbeiten von ihr befinden sich in der Nationalgalerie, im Kupferstichkabinett, der Berlinischen Galerie, im Centrum Judaicum, im Deutschen Historischen Museum und im Literaturarchiv Marburg. Seit 1998 gibt es den Julie-Wolfthorn-Freundeskreis.

Aktuell: Retrospektive von Julie Wolfthorn,  Barkenhoff / Heinrich-Vogeler-Museum, Ostendorfer Straße 10, 27726 Worpswede, tgl. 10-18:00 Uhr, bis 13.10.2013

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