Berlin-Women: Juli Zeh

Berlin-Women

Bild: de.wikipedia.org
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Juli Zeh (* 30.06.1974) ist eine deutsche Juristin, Schriftstellerin und Aktivistin. Die Tochter des Politikers Wolfgang Zeh studierte Rechtswissenschaften in Passau, Krakau, New York und Leipzig und machte den Magister im Aufbaustudiengang „Recht der Europäischen Integration“ in New York. Parallel dazu absolvierte die Aktivistin 1996-2000 ein Literaturstudium in Leipzig, das sie mit dem Diplom abschloss.

2010 promovierte sie über die Rechtslage von UN-Überwachungsverwaltungen und erhielt den Deutschen Studienpreis der Körber Stiftung. Ihre literarischen und politischen Tätigkeiten bedingen einander. So drehen sich ihre Romane, Theaterstücke und Hörspiele um juristische und philosophische Grundsatzthemen, wie das Völkerrecht, die Objektivität von Recht und Unrecht, die Existenz in einem völkerrechtlichen Niemandsland, die Kriminalisierung von Normalität und den Abbau bürgerlicher Rechte und Freiheiten. 2008 reichte Zeh eine Verfassungsbeschwerde gegen den biometrischen Reisepass ein, der keine Maßnahme der Sicherheitspolitik, sondern Zeichen eines sich anbahnenden Überwachungsstaats ist. Die Aktivistin plädierte für ein Menschenbild, das nicht grundsätzlich als Gefahr für sich und andere verstanden wird. Demokratie, so Zeh, ist eine Methode zur Machtzerstreuung. Die Autorin ist neben vielen anderen Preisen mit dem Deutschen Bücherpreis ausgezeichnet. In diesem Jahr hält sie die Frankfurter Poetik-Vorlesungen. Sie lebt mit ihrer Familie in Barnewitz/Landkreis Havelland, seit 2010 ist sie begeisterte Hobbytaucherin. Aktuell fordert sie mit weiteren 30 Autor/innen in einem offenen Brief die sofortige Aufklärung des Überwachungsskandals. Hier geht es zu der dazugehörigen Petition, die Berlin-Woman bereits vorgestellt hat.

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