Berlin-Women: Die Knöchelspielerin

Berlin-Women

Bild: www.perspectivia.net
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Ein verträumtes Mädchen sitzt auf dem Boden und spielt mit Tierknöchelchen. Die Knöchelspielerin ist eine der schönsten Figuren in der Gemäldegalerie in Potsdam-Sanssouci. Die 70 cm hohe marmorne Mädchenskulptur gibt ein wunderbares Beispiel hellenistischer Bildhauerei ab. Es existieren 5 Kopien auf der Welt. Eine gelangte 1742 aus dem Besitz des Kardinals Melchior de Polignac in die Sammlung von Friedrich II, wo sie bis heute zu sehen ist.

Der Typus der Knöchelspielerin zeigt die Gestalt einer halbwüchsigen Frau, die mit angezogenen Beinen am Boden sitzt, sich mit der linken Hand aufstützt und mit der rechten Hand Knöchelchen wirft. Die Knochenstückchen dienen als Würfel. Die Jugendliche, die nach der Mode ihrer Zeit gestylt ist, trägt einen dünnen Chiton mit einem Gürtel um die Hüften und eine damals sehr angesagte Melonenfrisur. Die Potsdamer Knöchelspielerin wurde 1730 auf dem Caelius, einem der 7 Hügel Roms gefunden. Sie stammt aus der Zeit von 200 n. Chr. und war ein begehrtes Sammlerstück für Antikenkenner und -freunde. Eine Besonderheit ist der lebendige Ausdruck der Skulptur. In ihrem Blick liegt eine sanfte Melancholie, mit der sie ihr Spiel betreibt. Alea Iacta Sund – die Würfel sind gefallen. Offensichtlich handelt es sich hier um das Portrait eines verstorbenen Mädchens.

Die Schönste der Welt, Potsdam Sanssouci Bildergalerie, Im Park Sanssouci 4, 14469 Potsdam, Anreise von Berlin S 7 oder RE 1 bis Potsdam HBF, Bus 695, 612, X 15 oder Straßenbahn bis Haltestelle Schloss Sanssouci, 6/5 € inkl. Audioguide, Di-So 10:00-18:00 Uhr, bis 31.10.2013

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