Berlin-Woman schaut hin: Altersarmut für Frauen – ein bedrohliches Szenario

kreative Unternehmerinnen

Berlin-Woman_Altersarmut
© Gabi Helmchen

Ohne Vollzeitarbeit schnappt die Armutsfalle zu! Frauen müssen sich frühzeitig um ihre Altersvorsorge kümmern! Ehefrauen brauchen einen Ehevertrag und Ehegatten-splitting! Frauen sollten keine Minijobs annehmen! Überall werden Frauen damit konfrontiert, dass sie jetzt an später denken sollen. Das sind gewiß sinnvolle und gut gemeinte Vorschläge. Aber wie sieht die Realität aus? Gabi Helmchen vom Berlin-Woman-Team schaut hin:

Immer mehr Frauen müssen sich mit Altersarmut auseinandersetzen. Sie haben eine Zeitlang nicht in ihrem Job gearbeitet, weil sie Kinder (und/oder Angehörige) betreuen. In Deutschland nehmen diese Auszeit z. Zt. 2 Mio. Frauen und 100.000 Männer wahr. Danach wünschen sich viele Betroffene eine Teilzeitbeschäftigung. Das geht meistens nicht im alten Job, wo in der Regel Vollzeit verlangt wird. Viele nehmen dann einen Minijob an. Der Vorteil: Es werden keine Steuern bezahlt, das Geld wird 1 zu 1 verdient. Der Nachteil: Es gibt keine Rentenversicherung. Zudem findet eine Dequalifizierung statt. Die Chance, wieder in den erlernten Beruf zu gelangen, verringert sich mit jedem Jahr Minijob. Ehefrauen, die in dieser Situation geschieden werden, müssen ihren Unterhalt selbst erwirtschaften, evtl. kommt dann ein zweiter Minijob hinzu. Das ist eine Abwärtsspirale, die in Altersarmut endet. Auf politischer Ebene wird dagegen wenig bis nichts unternommen. Solange die Kinderbetreuung in Deutschland nicht flächendeckend gewährleistet ist, müssen Frauen zeitweise aus ihrem Berufsleben aussteigen. Und solange es kaum flexible Arbeitszeiten gibt, müssen Frauen weiterhin die Arbeit nehmen, die sie kriegen und nicht die, die sie wollen. Alternativen bieten Modelle für eine Selbstständigkeit, wie sie Berlin-Woman bereits vorgestellt hat. Doch sollte es nicht dabei bleiben.

Wir brauchen dringend tiefgreifende gesellschaftspolitische Veränderungen.

3 Gedanken zu „Berlin-Woman schaut hin: Altersarmut für Frauen – ein bedrohliches Szenario

  1. auch mit vollzeitjob kann die armutsfalle heftig zuschnappen.

    im prinzip müßte mann und auch frau 40 jahre mehr als 10 euro die stunde verdienen, damit eine rente erzielt wird, die höher ist als die grundsicherung im alter – also regelsatz + miete – mit diesen aussichten lasse man sich auch mal die geforderten mindestlöhne von 8,50 euro auf der zunge zergehen.

    vollzeit ja, mit guten löhnen und auch guter, flexibler kinderbetreuung!

  2. Wow ich habe sowieso schon genug Angst vor dem was mich in Zukunft erwartet und dieser Artikel bestärkt nur meine Befürchtungen. Aber es geht ja nicht nur um uns Frauen. Unsere Gesellschaft /Welt
    im allgemeinen scheint ja keine Sicherheiten mehr zu bieten. Diese neoliberale Politik bringt niemandem etwas Gutes und da hauptsächlich Männer die Welt regieren ist ganz klar, dass an uns Frauen keiner denkt!

  3. Hallo Gabi,
    Dieses Thema kann man nicht oft genug thematisieren.
    Immer wieder werde ich in meiner Tätigkeit als Maklerin und Familiebetreuerin mit dieser Themtik konfrontiert.
    Liebe Gabi, in welcher Form ist es für Dich ein Thema? Können wir uns dazu zusammen tun?

    sommerliche Grüße
    Caren

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