Swetlana Alexijewitsch erhält den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2013

kreative Unternehmerinnen

Bild: www.buchreport.de
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Strahlenopfer aus Tschernobyl, Sowjetische Soldaten in Afghanistan, die postsowjetische Gesellschaft – die weißrussische Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch (*1948) hat eine eigene literarische Gattung entwickelt. Seit 35 Jahren dokumentiert sie Gespräche der Betroffenen von Umweltkatastrophen, Kriegen und Diktaturen und erschafft ein literarisches Gesamtbild, das der Belletristik wie dem Sachbuch-Bereich angehört. Am 13.10.2013 erhält Swetlana Alexijewitsch den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Am 10.09.2013 liest sie auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin.

Aus 1.000 Stimmen und Episoden des Alltags und Daseins setzt sie ein Bild der Realität zusammen, so beschreibt Swetlana Alexijewitsch ihr eigenes literarisches Vorgehen. Ihre Schaffensquelle ist das Gespräch mit Menschen: Betroffene, Chronisten und Akteure krisenhafter Schauplätze. Sie gibt den sowjetischen Afghanistan-Veteranen, den ehemaligen Kindern im 2. Weltkrieg, Strahlenopfern in Tschernobyl, Zeugen des sich auflösenden Kommunismus, Frauen im Krieg und Militär und den postsowjetischen Menschen das Wort. Die Schriftstellerin studierte Journalistik an der Uni in Minsk und arbeitete für eine Lokalzeitung und als Lehrerin. Schon damals geriet sie mit den Sowjet- und Zensurbehörden in Konflikt, heute sind ihre Bücher in Weißrussland verboten. Die Autorin selbst steht unter Beobachtung. Swetlana Alexijewitsch arbeitete für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, wechselte 1976 zum Literaturmagazin Neman und war 2003-2005 Mitglied der internationalen Jury des Lettre Ulysses Award. Sie ging nach Paris, Stockholm und Berlin, 2011 kehrte sie nach Minsk zurück. Die mit vielen mitteleuropäischen Preisen ausgezeichnete Chronistin verfasst Bücher, Drehbücher, Theaterstücke, Essays und Artikel. Am 13.10.2013 erhält sie den mit 25.000 € dotierten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Es handelt sich um den wichtigsten Kulturpreis der BRD.

Swetlana Alexijewitsch hat den Preis mehr als verdient, findet Berlin-Woman!

26.08.2013 erscheint das Buch „Secondhand-Zeit. Leben auf den Trümmern des Sozialismus“ (Hanser Berlin, ISBN 978-3-446-24150-3).

10.09.2013 liest Swetlana Alexijewitsch auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin.

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