Berlin-Women: Yva

Berlin-Women

Bild: Yva, Die Kreolin Ell' Dura, um 1930, www.museumsportal-berlin.de
Bild: Yva, Die Kreolin Ell‘ Dura, um 1930, www.museumsportal-berlin.de

Yva, Else Ernestine Neuländer-Simon (26.01.1900-15.06.1942 oder 31.12.1944) ist eine deutsche Fotografin jüdischer Abstammung, die vermutlich im Vernichtungslager Majdanek den Tod fand. Bereits mit 25 Jahren gründete die gebürtige Berlin-Woman ihr erstes eigenes Atelier für Mode- und Werbefotografie. Sie galt als DIE Glamourfotografin im Berlin der goldenen Zwanziger und beschäftigte auf dem Höhepunkt ihres Schaffens 10 Angestellte.

Für alle großen Illustrierten, wie Die Dame, Weltspiegel, Die schöne Frau, Berliner Illustrierte Zeitung, Uhu, Querschnitt und ab 1929 den Ullstein Verlag erstellte sie Mode-, Prominenten- und Aktfotos. Zeitweise kooperierte sie mit dem Fotografen Heinz Hajek Halke. 1934 heiratete sie Alfred Simon und eröffnete ein mondänes Fotoatelier in der Schlüterstr. 34 , dem heutigen Hotel Bogota, wo sie auch eine Wohnung bezog. Von den Nazis unter Druck gesetzt übertrug sie die Studioleitung 1936 ihrer Freundin, der Kunsthistorikerin Charlotte Weidler. Zu der Zeit kam Helmut Neustädter alias Helmut Newton zu ihr in die Lehre. Es war, wie er sagte, die beste Zeit seines Werdegangs zum Weltklasse-Fotografen. 1938 erhielt Yva dann doch Berufsverbot, 1942 folgten die Verhaftung und die Deportation ins Konzentrationslager Sobibor, wo sie den Tod fand. Yvas Fotokunst zeichnete sich durch Überblendungen, Inszenierungen und raffinierte Bildausschnitte aus, auch experimentierte sie mit der Farbfotografie. Ihre Arbeiten befinden sich u.a. in der Berlinischen Galerie.

Yva wird in der Berliner Straßenausstellung zum Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“ vorgestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.