Berlin-Women: Valeska Gert

Berlin-Women

Jeanne Mammen, Valeska Gert, c. 1929, Bild: www.weimarart.blogspot.com
Jeanne Mammen, Valeska Gert, c. 1929, Bild: www.weimarart.blogspot.com

Valeska Gert, Gertrud Valesca Samosch (*11.01.1892-15./18.03.1978) ist eine deutsche Tänzerin, Kabarettistin, Schauspielerin und eine der 1. Performancekünstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Die Tochter einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie nahm schon früh Tanzunterricht und studierte 1915/16 Schauspiel. Bald nach ihrem Engagement an den Münchner Kammerspielen feierte Valeska Gert große Erfolge als skandalumwitterte Soloperformerin mit radikalen Choreografien zu Themen der Zeit, wie Boxen, Nervosität, Politik, Prostitution u.a. In den 1920er Jahren kamen noch extremere Inszenierungen wie Tod, Orgasmus und Mumienkeller sowie das filmische Medium hinzu. Valeska Gert tanzte in Zeitraffern, in Zeitlupe und wie für den Film geschnitten. 1925 startete ihre Filmkarriere, sie mimte in Ein Sommernachtstraum, Die freudlose Gasse, Alraune, So ist das Leben, Tagebuch einer Verlorenen und Die Dreigroschenoper. 1932 eröffnete die Künstlerin ihr eigenes Kabarett Kohlkopp, verließ aber schon ein Jahr darauf das Nazideutschland. Nach Aufenthalten in Frankreich, England und den USA emigrierte sie 1939 in die USA, wo sie zunächst als Tellerwäscherin arbeitete, dann 1941-45 die Beggar Bar und ab 1946 das Kabarett Valeska´s unterhielt. Mit ihrer Rückkehr nach Europa 1947 gründete sie verschiedene Musik-und Kabarett-Locations, u.a. Bei Valeska und Hexenküche in Berlin und den Ziegenstall auf Kampen/Sylt. Auch arbeitete sie wieder für den Film und unter den großen Regisseuren Fredrico Fellini, Rainer Maria Fassbinder und Volker Schlöndorff. Eine Rolle in der Neuverfilmung von Nosferatu von Werner Herzog kam nicht mehr zustande, sie starb vor den Dreharbeiten. Valeska Gert wurde von Jeanne Mammen künstlerisch verewigt, ihr Ehrengrab befindet sich auf dem Friedhof Ruhleben (Am Hain), und Teile ihres Nachlasses sind in der Akademie der Künste Berlin einsehbar.

Valeska Gert wird in der Berliner Straßenausstellung zum Themenjahr 2013 „Zerstörte Vielfalt“ vorgestellt.

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