Zwangsprostitution in Deutschland – kein Thema für die Bundesregierung (mit Petitionsaufruf)

Berlin-Mitte

Berlin-Woman_Zwangsprostitution
„Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution, jetzt!“
Foto: © Uwe Steinert

Jährlich werden 10.000-30.000 Mädchen und Frauen zur Zwangsprostitution nach Deutschland verschleppt. Die Verhinderung von Zwangsprostitution ist eine Sache. Der Schutz für Opfer von Zwangsprostitution, die sich befreien konnten,  eine andere. Für beides gibt es Gesetze – national und international. Doch reichen sie aus, verhindern sie, schützen sie? Bis zum 06.04.2013 hätte die Bundesregierung eine EU-Richtlinie umsetzen müssen, die den Opferschutz für Betroffene von Menschenhandel regelt. Sie hat es nicht getan! Gabi Helmchen vom Berlin-Woman-Team informiert:

Zur Zeit besteht in Deutschland für die zur Prostitution gezwungenen Mädchen und Frauen kein Opferschutz. Sie werden wie illegal eingereiste Ausländerinnen behandelt, nach einem möglichen Strafverfahren gegen die Täter werden sie abgeschoben. Damit geraten sie in dieselbe Situation, aus der sie kamen. Zuzüglich das hohe Risiko, dass Rache an ihnen genommen wird, wenn sie im Strafverfahren ausgesagt haben. Seit Jahren fordern einzelne PolitikerInnen und Initiativen, entsprechende Gesetzesänderungen. Ohne Erfolg. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hält die bestehenden Gesetze für ausreichend. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat andere Schwerpunkte. Offenkundig schafft es die Bundesregierung nicht allein, einen tatsächlichen Opferschutz zu gewährleisten. Nun ignoriert sie auch noch eine EU-Richtlinie, die „zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer“ in deutsches Recht hätte umgewandelt werden müssen. Wir müssen noch mehr Druck ausüben, wozu aktuell TERRE DES FEMMES mit einer Unterschriften-Aktion aufruft. Im Mai wird sie Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) übergeben. Berlin-Woman schließt sich an und fordert: unbefristeter Aufenthalt für entkommene Opfer von Zwangsprostitution, sowie psycho-soziale Betreuung und Entschädigung!

TERRE DES FEMMES Unterschriftenpetition

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