WE mit Berlin-Woman: Rosen für Fanny Mendelssohn von Mascha Blankenburg, Teil 6

die blaue Stunde

Bild: www.mascha-blankenburg.de
Bild: www.mascha-blankenburg.de

Falls ihr noch kein Programm habt, macht euch doch ins Gallery Weekend 2013 auf. 51 Galerien haben offiziell bis Sonntagabend geöffnet, viele andere Locations machen mit. Zur Muße gibts davor oder danach Berlin-Woman´s „blaue Stunde“, aktuell mit einer Serie von Mascha Blankenburg: Mascha Blankenburg war mir eine liebe Kollegin und Freundin. Sie gab mir den entscheidenden Impuls, „Bees & Butterflies“ für vielseitig begabte und tätige Kreative wie sie, zu gründen. In memoriam und auf ihren persönlichen Wunsch hin bringen wir nun ihr Essay „Rosen für Fanny Mendelssohn“ aus der Anthologie „Ein Traum von Musik“. Unser Dank geht an Elke Heidenreich, die den Poste genehmigt hat.

Teil 6: Endlich, Weihnachten 1846, hatte sich Fanny Mendelssohn zum Druck ihrer Werke bei den Verlagen Bote & Bock (op. 1-3) und A.M. Schlesinger (op. 4-6) entschlossen. Das war ihr Eintritt in die Professionalität, das Heraustreten aus dem Schatten des Bruders. Sie war stolz, erhielt viel Zustimmung, der Erfolg spornte sie an. Ein halbes Jahr später, mit 41 Jahren, starb sie an einem Gehirnschlag. Als wolle er etwas wiedergutmachen, führte nun Felix die Publikationen ihrer Werke bis op. 11 fort. Im selben Jahr 1847, verstarb auch er. Den Verlust seiner Schwester, die seine beste und strengste Kritikerin gewesen war und die er sein „musikalisches Gewissen“ nannte, konnte er nicht bewältigen. 27.05.1984. Die barocke St. Maria Himmelfahrtkirche in Köln glich in der Dichte der gedrängten Menschenmassen einem Wallfahrtsort. Die ersten Kirchenbänke waren mit dem großen Verwandtschaftskreis der Komponistin besetzt, der aus verschiedenen deutschen Städten, aus der Schweiz und den USA angereist war, um bei der Uraufführung dabei sein zu können. Die gestrige Generalprobe war zu unser aller Zufriedenheit verlaufen, was mir Sicherheit gab. Und nun in die flirrende Luft, Mascha! In eine Zeit ohne Zeit! Ich bannte mir den Weg durch das Orchester und betrat meinen Platz. Alle Ausführenden spielten und sangen aus meiner Handschrift, was mein Verbundenheitsgefühl mit meinen Musikern und Musikerinnen erhöhte.

Fortsetzung folgt

Was bisher geschah

Elke Mascha Blankenburg, Rosen für Fanny Mendelssohn, in: Elke Heidenreich (Hg.), Ein Traum von Musik. 46 Liebeserklärungen, Edition Elke Heidenreich bei C. Bertelsmann, München 2010, S.43-51

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.