Berlin-Women: Dr. Dora Lux (Lesung mit Hilde Schramm, heute, den 23.04.2013)

Berlin-Women

Dora Lux mit ihren beiden Kindern, um 1920, Bild: www.morgenweb.de
Dora Lux mit ihren beiden Kindern, um 1920, Bild: www.morgenweb.de

Dora Lux, geb. Bieber (27.10.1882-13.06.1959) ist eine deutsche, jüdisch stämmige Lehrerin, Freidenkerin und Frauenrechtlerin. Ihre Eltern konvertieren zum Protestantismus und erziehen die Tochter aufgeklärt und emanzipiert. U.a. lernt Dora Lux bei der Frauenrechtlerin Helene Lange. 1901 gehört sie zu den ersten 50 Abiturientinnen in Deutschland, besucht Vorlesungen an der Universität Berlin und geht dann nach München, wo Frauen bereits zum Studium zugelassen sind.

Sie studiert Altphilologie, promoviert 1906 und wird 1909 eine der ersten Gymnasiallehrerinnen in Deutschland. Sie unterrichtet – nur Frauen – in Lateinisch, Griechisch und Deutsch. 1915 heiratet sie den sehr viel älteren Publizisten Heinrich Lux und zieht mit ihm nach Berlin. Dort nimmt die Mutter von 2 Kindern 1922 eine Stelle am Lette-Verein, der bedeutendsten Berliner Ausbildungsstätte für Frauen, an. Nachdem ihr die Nationalsozialisten 1933 Berufsverbot erteilen, setzt sie ihren Kampf für Gerechtigkeit auf journalistischem Weg fort. Aus Glaubensgründen weigert sich die überzeugte Atheistin, bei der Erfassung der jüdisch Gläubigen ihre Geburtsurkunde abzugeben. Das birgt große Gefahren, bewahrt sie jedoch auch vor der Deportation nach Theresienstadt, der ihre Geschwister anheim fallen. Nach 1945 tritt Dora Lux eine Stelle an der Universität Heidelberg und an der Elisabeth-von-Thadden-Schule an, unterrichtet Geschichte und wird 1953-55 die Lehrerin von Hilde Schramm. Dora Lux stirbt 1959 in ärmlichen Verhältnissen. Hilde Schramm ist die Tochter von Albert Speer, dem Stararchitekten Adolf Hitlers. Als kleines Mädchen musste die Autorin Hitler mit Blumen begrüßen und als junge Frau die rechtmäßige Verurteilung ihres Vaters als Kriegsverbrecher bei den Nürnberger Prozessen miterleben. Seit Jahrzehnten setzt sich die Soziologin und Politikerin für die Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus ein. Mit „Meine Lehrerin Dr. Dora Lux“ richtet sie einen persönlichen Blick auf verfolgte und unterdrückte Lebenswege im Nazideutschland und deren Spätfolgen.

Heute! Dienstag den 23.04.2013, 17:00 Uhr Lesung von Hilde Schramm aus „Meine Lehrerin Dr. Dora Lux“, Caféteria des Lette-Vereins mit anschließendem Podiumsgespräch mit der Autorin Doris Obschernitzki („Der Frau ihre Arbeit. Zur Geschichte des Lette-Vereins“), Viktoria-Luise-Platz 6, 10777 Berlin

Leseprobe: Hilde Schramm, Meine Lehrerin Dr. Dora Lux: 1882-1959, Rowohlt 2012

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.